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31.01.2001

23:00 Uhr

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Leitzinssenkung um einen halben Prozentpunkt auf 5,5 Prozent

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Die Wall Street hatte mit einer Zinssenkung gerechnet. Und so war niemand überrascht, dass Alan Greenspan um 20:15 MEZ die Zinsen um einen halben Prozentpunkt auf 5,5 Prozent reduziert hat.

Angesichts der Schwäche der amerikanischen Wirtschaft ist Greenspan auch bereit, weitere Zinssenkungen durchzuführen. Die nächste Sitzung der US-Notenbank findet am 20. März statt. Falls sich die Konjunktur bis dahin nicht wesentlich verbessert hat, könnte die Fed die Zinsen zum dritten Mal in diesem Jahr reduzieren. Zudem ändert die Notenbank ihre Einstellung von "rezessionsavers" auf "neutral. Die Börsen reagierten mit leichten Kursverlusten auf die Entscheidung. Ganz nach der Börsen-Faustregel: "Buy on rumors, sell on news" hatten sich Anleger schon vor Bekanntgabe der Notenbank mit Aktien eingedeckt. Die Reduzierung war also schon eingepreist.



So schlossen am Mittwoch die Indizes etwas schwächer. Der Dow Jones Index erholte sich zum Handelsschluss etwas und beendete den Tag mit sechs Punkten Gewinn auf 10882 Punkten in der Gewinnzone. Der Nasdaq Index schloss auf 2593 Punkten in der Verlustzone.



Zu den Gewinnern des Tages gehörten die Einzelhandelswerte. Wal-Mart und Home Depot standen auf der Dow Gewinnerliste. Die Branche könnte neben Finanztiteln am ehesten von der Zinssenkung profitieren.



An der Nasdaq hatten Computerchip-Hersteller und Chip-Zulieferer Erfolg. Der Sektor profitierte von Altera. Das Halbleiterunternehmen hatte am Morgen die Ertragsprognosen für das laufende Quartal bestätigt. Dies sorgte auch beim Branchenkonkurrenten Xilinx für Kursphantasie.



Schwach tendierten die Softwarehersteller, allen voran Adobe. Der Hersteller von Graphiksoftware warnte, dass die künftigen Unternehmensgewinne von der sich abschwächenden US-Konjunktur negativ beeinflusst werden könnten. Vor allem der Umsatz in den Vereinigten Staaten sei betroffen. Adobe verlor im Mittwochshandel über 16 Prozent an Marktwert.



Das frisch fusionierte Unternehmen AOL Time Warner hat einen Verlust in Höhe von einer Milliarde Dollar im vierten Quartal eingefahren. Dies entspricht einem Minus von 25 Cents pro Aktie. Vor allem die Übernahmekosten sind für das Ergebnis verantwortlich. Die Umsätze verbesserten sich um acht Prozent auf zehn Milliarden Dollar. Analysten befürchten jedoch, dass die Prognose für 2001 gesenkt werden könnte. Die Aktie verlor am Mittwoch um rund drei Prozent.



Philip Morris verfehlte die Erwartungen für sein viertes Quartal um einen Cent. Für 2001 erwartet der größte Tabak- und zweitgrößte Nahrungsmittelkonzern einen Gewinnanstieg um neun bis elf Prozent. Analysten rechneten mit einem Gewinnwachstum von zehn Prozent. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse notierte Philip Morris rund zwei Prozent im Minus.

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