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04.08.2000

13:43 Uhr

adx München (ADX). Die Ladenschlussgesetzgebung reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1891 beschränkte eine Novelle der Reichsgewerbeordnung die Öffnungszeiten im Einzelhandel an Sonn- und Feiertagen auf fünf Stunden. Im Jahr 1900 wurden auch die werktäglichen Öffnungszeiten auf die Zeit von 5.00 bis 21.00 Uhr beschränkt. Damit sollten die Beschäftigten vor Arbeitszeiten bis zu täglich 15 Stunden geschützt und ein ungesunder Wettbewerb in Form überlanger Verkaufszeiten ausgeschlossen werden.

1919 wurden die Ladenschlusszeiten anlässlich der gesetzlichen Einführung des Acht-Stunden-Tages auf 19.00 bis 7.00 Uhr ausgedehnt. Gleichzeitig wurde die Beschäftigung von Arbeitnehmern im Handelsgewerbe an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich verboten. Diese Rechtsverordnung galt bis ins Jahr 1956.

Zu Beginn der 50er Jahre sah sich der Bundestag zu einer Neuregelung der Ladenöffnungszeiten veranlasst, um Missständen bei Arbeitszeiten zu begegnen. Im Dezember 1956 trat das bis heute in seinen Grundzügen geltende "Gesetz über den Ladenschluss" in Kraft. Darin wurden die werktäglichen Öffnungszeiten von 7.00 bis 18.30 Uhr festgelegt, am Samstag bis 14.00 Uhr und am ersten Samstag im Monat bis 18.00 Uhr.

Seit seinem Bestehen sorgt das Ladenschlussgesetz für kontroverse Auseinandersetzungen und wurde bis heute insgesamt zwölf Mal geändert. Gravierende Einschnitte waren beispielsweise 1960 die Einführung der vier verkaufsoffenen Samstage vor Weihnachten und 1989 die Einführung des "Langen Donnerstags" durch das "Gesetz zur Einführung eines Dienstleistungsabends".

Vor vier Jahren wurde das Ladenschlussgesetz zum bisher letzten Mal geändert. Die Bundesregierung beschloss im November 1996 die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten und eine Neuregelung der Arbeitszeit in Bäckereien und Konditoreien. Seitdem können die Geschäfte von Montag bis Freitag von 6.00 bis 20.00 Uhr und an Samstagen bis 16.00 Uhr öffnen.

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