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29.05.2000

11:10 Uhr

Reuters MÜNCHEN. Auf der letzten Hauptversammlung der Münchener Viag AG hat Vorstandschef Wilhelm Simson bekräftigt, dass sich der aus der Fusion mit der Düsseldorfer Veba AG entstehende Mischkonzern Eon nicht aus dem Telekommunikationsgeschäft zurückziehen will. Trotz der hohen Anlaufkosten seien die Telekom-Aktivitäten das beste Investment der Viag in den vergangenen Jahren, sagte Simson am Montag in München. Er äußerte sich zuversichtlich, dass die europäischen Wettbewerbsbehörden die Fusion von Viag und Veba nach den zugesagten Beteiligungsverkäufen genehmigt. Die Entscheidung wird am 7. Juni erwartet.

Viag/Veba wolle die Partnerschaft mit British Telecommunications Plc. (BT) noch enger knüpfen, sagte Simson vor seinen Aktionären laut Redetext. Dazu verhandele man mit den Briten über eine 50-prozentige Beteiligung von BT an Viag Telekom, in der die Telekomaktivitäten der Viag in Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein zusammengefasst sind. "Aktuell hat die Zahl unserer Mobilfunkkunden im deutschsprachigen Raum die Drei-Millionen-Marke überschritten", sagte der Viag-Chef, der den neuen Konzern zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Veba AG, Ulrich Hartmann, führen wird. Er bekräftigte das Ziel, bis zum Jahresende mindestens fünf Mill. Teilnehmer zu gewinnen.

Um die Zustimmung der EU zum Zusammenschluss zu Eon zu erhalten, wollen Viag und Veba ihre Beteiligungen an den deutschen Energieunternehmen Veag/Laubag, Bewag, HEW und VEW verkaufen. Darüberhinaus wird der neue Konzern keine Transitgebühren für die Durchleitung fremden Stroms durch eigene Leitungen mehr erheben. Bei der Fusion laufe alles planmäßig und partnerschaftlich, sagte Simson. "Es gibt keinen Sand im Getriebe, wie manchmal kolportiert wird", fügte er hinzu.

Die Viag AG wurde in den späten achziger Jahres privatisiert und übernahm 1994 den Energiekonzern Bayernwerk. Im vergangenen Jahr war das Ergebnis vor allem durch fallende Strompreise belastet worden. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit war um 16 % auf 2,3 Mrd. DM gesunken. Im laufenden Jahr sieht Simson aber nach wie vor gute Chancen, "operativ wieder nahe an unser vorjähriges Ergebnisniveau heranzukommen".



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