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26.01.2010

14:49 Uhr

Leuchtturmprojekte

Wirtschaft fördert Migranten

VonKerstin Schneider

Neue Konzepte sollen Schülern bei der Berufswahl helfen und sie in die Ausbildung bringen. Denn noch immer verlassen 15 bis 20 Prozent der Schüler aus Zuwandererfamilien die Schule ohne Abschluss. Häufig landen sie ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz in den Warteschleifen der staatlichen Fördermaßnahmen.

Schüler mit Migrationshintergrund: 15 bis 20 Prozent von ihnen verlassen die Schule ohne Abschluss. dpa

Schüler mit Migrationshintergrund: 15 bis 20 Prozent von ihnen verlassen die Schule ohne Abschluss.

BERLIN. Die Liste unternehmerischer Initiativen für Schüler mit Migrationshintergrund ist lang. Die Wall AG, Spezialist für Außenwerbung, engagiert sich beispielsweise in der Berliner Jens Nydahl-Grundschule und finanziert Förderunterricht für Zuwandererkinder. Über die Hertie Stiftung werden Lehramtsstudenten mit Migrationshintergrund durch Stipendien unterstützt. Von der Wirtschaft geförderte Initiativen vermitteln Schülern an Haupt- und Realschulen Paten, die bei der Berufsorientierung behilflich sind.

All dies sind Leuchtturmprojekte, die dringend notwendig sind. Noch immer verlassen 15 bis 20 Prozent der Schüler aus Zuwandererfamilien die Schule ohne Abschluss. Häufig landen sie ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz in den Warteschleifen der staatlichen Fördermaßnahmen. Laut der Bundesbeauftragten für Migration, Maria Böhmer, ist der Anteil von Jugendlichen ohne deutschen Pass, die eine Ausbildung absolvieren, von 34 Prozent Mitte der 90er-Jahre auf 23 Prozent gefallen. Vor allem die fehlende Sprachkompetenz ist ein großes Hindernis.

Es gibt noch zu wenig Projekte zur Förderung von Migrantenkindern

Hans Dietrich von Loeffelholz, Chefökonom des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, betont, wie wichtig Migranten für den Arbeitsmarkt der Zukunft sind; die Wirtschaft klagt zu Recht über die oft mangelnde Ausbildung von Migrantenkindern. Zwar gebe es viele vorbildliche Einzelprojekte, "in der Fläche" aber werde zu wenig getan. Für die Wirtschaft heißt das: Sie sollte mit speziellen Ausbildungskonzepten auf die Bedürfnisse und Potenziale von Migranten eingehen. Dabei sollten auch die 660 000 Unternehmer mit Migrationshintergrund stärker in den Ausbildungsprozess eingebunden werden.

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