Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.04.2003

16:02 Uhr

Lewinsky: Hatte bereits meine eigene Reality-Show

Monica Lewinsky gibt die Fachfrau in Liebesdingen

Viel sagen darf sie nicht. Nahaufnahmen gibt es auch fast keine, und ihre Auftritte sind sorgfältig choreografiert. Dafür garantiert der Name Monica Lewinsky genau das, was sich der US- Sender Fox für seine neue Reality-Show "Mr. Personality" erhofft hatte: öffentliche Aufmerksamkeit. Am Montagabend (Ortszeit) startete der Sender seine neue Dating-Sendung, in der die 29-jährige frühere Praktikantin in Weißen Haus die Moderatorin gibt.

HB/dpa NEW YORK. Im Mittelpunkt steht Hayley Arp, eine 26-Jährige aus Atlanta, die von 20 maskierten Männern umworben wird. Sie sind alle gleich gekleidet und müssen statt ihres Aussehens Charme, Schlagfertigkeit und Auftreten einsetzen, um Hayley zu bezirzen: Persönlichkeit zählt. Am Ende des ersten Abends durfte die Umworbene gleich zehn ihrer Verehrer demaskieren und nach Hause schicken. Ab sofort muss sie jede Woche einen auswählen, dem sie einen Korb gibt.

Lewinsky, die während des Skandals um ihre Beziehung zum damaligen US-Präsidenten Bill Clinton immer wieder vehement ihre Privatsphäre verteidigt hatte, rückt durch die Fernseh-Show freiwillig ins Rampenlicht. Das scheint sie jedoch nicht mehr zu stören: "Mein Leben ist bereits öffentlich. Wenn ich die Straße entlang gehe, dann erkennen mich die Leute, ob ich jetzt in einer Show auftrete oder nicht", sagte sie in ihrem einzigen Print-Interview mit dem US- Magazin "Newsweek".

Außerdem habe sie Erfahrung mit Fernsehauftritten: "Wenn ich es mir recht überlege, hatte ich bereits meine eigene Reality-Show", sagte Lewinsky. Auf jeden Fall eignet sich Single Lewinsky bestens als Fachfrau in Liebesdingen. Sie steht der Kandidatin Hayley deshalb auch eher als Freundin zur Seite.

"Monica taucht nicht nur auf, sagt ihren Text und geht wieder. Sie hat eine sehr persönliche Freundschaft zu Hayley aufgebaut. Die beiden sind die einzigen, die nicht wissen, wie die Männer hinter den Masken wirklich aussehen", sagte eine Sprecherin von Fox. In der ersten Sendung wurde diese Freundschaft außer ein paar vielsagenden Blicken zwischen den beiden jedoch nicht sehr deutlich.

Ob sie zukünftig eine Fernsehkarriere verfolgen wird, lässt Lewinsky noch offen. Mit der Moderation von "Mr. Personality" versuche sie nur, eine Möglichkeit auszutesten. Sie will weiter Taschen entwerfen und eventuell noch Jura oder Psychologie studieren. "Ich versuche herauszufinden, was das Beste für mich und meine Karriere ist", sagt Lewinsky. "Ich versuche, mein Leben auf die Reihe zu kriegen". Pikanterweise tritt auch Bill Clinton seit kurzem regelmäßig vor die Kamera: als Diskussionspartner seines früheren Rivalen Bob Dole beim US-Sender CBS. Dabei geht es dann allerdings um Weltpolitik und nicht um Beziehungskisten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×