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04.02.2002

13:45 Uhr

Liberty will rund 60 Prozent des Breitbandkabelnetzes kaufen

Telekom und Liberty geben nicht auf

Der US-Kabelnetzbetreiber Liberty Media und die Telekom suchen nach der "gelben Karte" des Bundeskartellamtes offenbar schnell neue Verhandlungen über den Verkauf des Telekom - Kabelnetzes an Liberty.

dpa HAMBURG/BONN. Nach Telekom-Angaben stehen beide Unternehmen in Kontakt. Telekom-Sprecher Ulrich Lissek wollte am Sonntag aber "nicht kommentieren, ob, wann und mit welchem Inhalt" es ein Treffen geben werde.

Damit reagierte die Telekom auf einen Bericht im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", nach dem Telekom und Liberty bereits Anfang dieser Woche gemeinsam überlegen, wie sie die 5,5 Mrd. Euro schwere Transaktion trotz Abmahnung der Wettbewerbshüter retten können. Dabei dürften die Spitzen von Telekom und Liberty auch über den Verkaufspreis diskutieren, berichtet "Der Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe.

"Die butterweichen Verträge, die das Telekom-Management mit Liberty-Chef John Malone abgeschlossen hat, ermöglichen eine solche Nachverhandlung, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern", schreibt "Der Spiegel". Erste Signale in diese Richtung soll es dem Magazin zufolge bereits gegeben haben.

Dagegen berichtet das Münchner Nachrichtenmagazin "Focus", Liberty prüfe nun einen Alternativplan zum Einstieg in den deutschen Kabel- TV-Markt. Malone erwäge nun, die Kabelfirma TeleColumbus von der Deutschen Bank zu übernehmen, schreibt "Focus" unter Berufung auf Liberty-Kreise.

Das Bundeskartellamt hatte sich am Donnerstag dem geplanten Zugriff von Liberty Media auf das deutsche Kabelnetz in den Weg gestellt. Mit einer Abmahnung teilte das Bundeskartellamt Liberty mit, dass der Kauf eines Großteils des Netzes der Deutschen Telekom nach dem jetzigen Stand der Bewertung untersagt werde. Bis 28. Februar will die Behörde dann ihre endgültige Entscheidung treffen. Allerdings ist "auf Wunsch des Unternehmens" auch eine Verlängerung dieser Frist denkbar, wie Kartellamtschef Ulf Böge der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte. Dafür gebe es jedoch bislang keine Anhaltspunkte.

Liberty will rund 60 Prozent des Telekom-Breitbandkabelnetzes kaufen. Die Telekom, die den Verkaufserlös zur Reduzierung ihres riesigen Schuldenberges einsetzen will, müsste sich bei einem Verbot des Geschäfts neue Käufer für das Netz mit rund zehn Millionen Haushalten suchen.

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