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10.04.2003

09:55 Uhr

Lichtblick war Hepatitis C-Medikament

Quartalsumsatz von Roche enttäuscht

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat den Umsatz im Kerngeschäft Pharma und Diagnostics im ersten Quartal 2003 in Lokalwährungen um 15 % auf 6,729 Mrd. Franken gesteigert und ist damit unter den Markterwartungen geblieben.

Reuters BASEL. Für das Gesamtjahr rechnet Roche laut Angaben vom Donnerstag in beiden Division mit einem zweistelligen Wachstum bei Umsatz und Betriebsgewinn in Lokalwährungen und einer stabilen Betriebsgewinnmarge im Konzern. Roche bekräftigte damit frühere Prognosen.

Wegen der Stärke der Schweizer Währung resultierte in Franken in den ersten drei Monaten lediglich ein Umsatzplus von drei Prozent. Im wichtigsten Bereich Pharma betrugen die Erlöse 4,991 Mrd. Franken, was in lokalen Währungen einem Anstieg von 18 % und in Franken von fünf Prozent entsprach. Roche profitierte von der erstmaligen Konsolidierung der im Oktober des Vorjahres übernommenen japanischen Chugai.

Die Börse reagierten mit Abschlägen auf den Ausweis. Die Roche-Genussscheine büssten bis gegen 11.20 Uhr 4,1 % auf 86,05 Franken ein. Der Gesamtmarkt tendierte 1,7 % schwächer und der DJ StoxxHealthcare-Index lag 1,4 % im Minus.

Ein Lichtblick war das im Vorjahr zugelassene Hepatitis C-Medikament Pegasys. Der Umsatz lag mit 120 Mill. Franken am oberen Ende der Erwartungen. Roche-Konzernchef Franz Humer sagte zu Reuters, dass Pegasys in den USA bei den Verschreibungen einen Marktanteil von 19 % erreicht hat. Bei den Neuverschreibungen komme Pegasys sogar auf einen Anteil von über 26 %. Sollte sich Pegasys zudem auch als wirksam gegen Hepatitis B erweisen, wie erste Studienergebnisse andeuteten, könnte das merkliche Mehrumsätze bedeuten, so Humer.

Weiter sagte Humer, dass Roche aktiv an einem diagnostischen Test zur Erkennung des Virus, der die Lungenkrankheit SARS auslöst, arbeitet. Roche-Forschungschef Jonathan Knowles sagte in Lyon am Rande einer Konferenz zu Reuters, dass ein Test innerhalb von sechs Wochen entwickelt werden könnte, sobald Klarheit hinsichtlich des SARS-Virus bestehe.

Laut CEO Humer prüft Roche Optionen für sein Geschäft mit nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten (OTC). Es seien dabei aber keine "dramatischen" Veränderungen zu erwarten, sagte er.

Analysten und Fondsmanager bewerteten den Quartalsumsatz als enttäuschend. So hiess es bei der Zürcher Kantonalbank, dass ohne Chugai der Umsatz des Kerngeschäfts um 4,3 % und der Pharmadivision um 4,8 % geschrumpft wäre. Zudem habe sich das Wachstum der Diagnosticsdivision klar verlangsamt, so ZKB-Analyst Patrick Burgermeister. "Es ist etwas unter den Erwartungen und es gibt einige offene Fragen bei den Krebsmedikamenten," sagte Eric Bernhard, Fondsmanager bei der Clariden Bank. Birgit Kulhoff von Sal. Oppenheim verwies auf den schwachen Umsatz des Antibiotikums Rocephin und darauf, dass der Bereich Diagnostics ein zweistelliges Wachstum verfehlt habe. Der Diagnosticsumsatz wuchs in den ersten drei Monaten um sieben Prozent in Lokalwährungen auf 1,738 Mrd. Franken. In Franken resultierte ein Rückgang um drei Prozent.

Insgesamt, also inklusive des Ende 2002 an die niederländische DSM verkauften Vitamin- und Feinchemikaliengeschäfts, setzte Roche im ersten Quartal 7,427 Mrd. Franken um. Das entsprach einem 13-prozentigen Anstieg in lokalen Währungen und einem schmalen Plus von einem Prozent in Franken. Roche rechnet mit der Zustimmung der Kartellbehörden zu der Transaktion im Frühjahr 2003.

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