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03.01.2003

13:07 Uhr

Limousine soll englisch bleiben

BMW baut jetzt Rolls Royce

BMW hat mit dem Bau von Rolls Royce begonnen - und betont, dass die Limousine ihren englischen Charakter behalten wird. "Es gibt keine Verbindung zwischen dem Fahrgefühl des neuen Rolls Royce und eines BMWs", sagte Projektleiter Tony Gott am Freitag der BBC.

Ein Rolls Royce Phantom. Foto: dpa

Ein Rolls Royce Phantom. Foto: dpa

HB/dpa LONDON. "Wenn jemand einen Rolls Royce kauft, dann kauft er ein Produkt, das anders als jeder andere Wagen ist." Das neue Modell sollte am Freitag in Goodwood erstmals vorgestellt werden.

Mit Beginn des Jahres 2003 hat der Münchner Autohersteller von VW die Rechte für den Namen der englischen Luxuslimousine übernommen. Der von BMW entwickelte neue Rolls Royce wird künftig in einer fast 100 Mill. ? teuren neuen Fabrik in Goodwood hergestellt, einem "Musterbeispiel für grüne Architektur" ganz in der Nähe des einstigen Wohnortes von Firmengründer Sir Henry Royce.

Das bisherige Rolls Royce-Werk in Crewe ist im Besitz von VW. BMW hatte sich 1998 jedoch für 40 Mill. Pfund die Namensrechte ab 2003 gesichert. VW baut in Crewe nun nur noch Bentleys, während BMW in Goodwood jährlich 1000 der "handgefertigten" Rolls Royce herstellen will. In England ist das Interesse an der Marke seit der Übernahme durch die Deutschen stark zurückgegangen. Kritiker haben BMW vorgeworfen, man könne nicht einfach ein völlig neues Auto entwerfen und ihm dann den Namen Rolls Royce geben. Die Tradition sei damit ein für alle Mal dahin.

BMW hofft jedoch, den Absatz der etwa 380 000 ? teuren Limousine durch die Erschließung neuer Käuferschichten steigern zu können. "Die Vorstellung, dass ein Rolls Royce nur etwas für alte Leute ist, wird über den Haufen geworfen werden", sagte Rolls Royce - Chef Gott. Doch auch VW zielt mit seinen sportlicheren Bentley- Modellen auf die Zielgruppe gut betuchter über Vierzigjähriger ab.

Der Ingenieur Henry Royce und der Millionärssohn Charles Rolls hatten 1904 in Manchester ihre Idee für eine handgefertigte Luxuslimousine entwickelt. Bald wurde der "RR" das Prunkstück in den Fuhrparks von Royals, Millionären und Prominenten. Gegen den Verkauf des Traditionsunternehmens nach Deutschland hatte es 1998 in England lautstarken Widerstand gegeben. (Achtung: Folgt Zusammenfassung bis 1500) (Berichtigung: Im letzten Absatz, dritte Zeile wurde die Abkürzung für Rolls Royce berichtigt.

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