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23.01.2001

14:07 Uhr

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Lonza will mit neuem Fokus Gewinn weiter steigern

Der Schweizer Spezialchemie- Konzern Lonza positioniert sich strategisch neu und konzentriert sich künftig auf den Bereich Life Science. Bis Ende 2001 sollen die Sparte Polymere-Zwischenprodukte und das Energie-Geschäft für mehr als eine Milliarde sfr verkauft werden, sagte Lonza-Konzernchef Sergio Marchionne am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Zürich.

Reuters ZÜRICH. Bis 2003 will Lonza den Gewinn je Aktie um jährlich durchschnittlich 15 % steigern, sagte Marchionne weiter. Der Umsatz soll 2003 bei 2,3 Mrd. sfr liegen und die Margen bei Betriebsergebnis und EBITDA bei 22 beziehungsweise 29 %.

Im Vorjahr setzte Lonza mit den weitergeführten Geschäften 1,703 Mrd. sfr um, 8,1 % mehr als 1999. Der Betriebsgewinn verbesserte sich um 14,3 % auf 327 Mill. sfr und der EBITDA stieg um 14,5 % auf 443 Mill. sfr. Die Margen erreichten 19,2 % beim Betriebsergebnis und 26,0 % beim EBITDA. Der Gewinn je Aktie wurde mit plus 15,1 % auf 48,9 sfr angegeben.

Lonza hatte 2000 wegen des tiefen Verschuldungsgrads und der mittelfristig erwarteten starken Cash-Flow-Entwicklung ein Aktienrückkaufprogramm lanciert und 14,11 % des ausstehenden Aktienkapitals erworben, das vernichtet werden soll.

Für 2000 wird Lonza aus dem um 13,2 % höheren Reingewinn von 309 Mill. sfr einen Dividende von 15 sfr je Aktie vorschlagen, nachdem es 1999 zehn sfr waren.

Marchionne sagte, dass sich Lonza in der neuen Position wohl fühle. Es gebe kein Unternehmen, das eine so klare Fokussierung auf Life Science habe. Lonza sei gross genug, um alleine überleben zu können. Nicht die Grösse sei entscheidend, sondern die Zuverlässigkeit und technische Kompetenz. Lonza könne alleine eine attraktive Wertsteigerung für seine Aktionäre erreichen, würde sich aber nicht gegen einen Zusammenschluss wehren, wenn dies die richtige strategische Entscheidung wäre, sagte Marchionne.

Als Übernahmekandidat sieht sich Lonza nicht. "Ich bin nicht sicher, ob ich mir diesbezüglich grosse Sorgen machen muss", sagte Marchionne. Mit der Konzentration auf Life Science sei vielleicht eine Hürde entfernt worden, aber Lonza wäre auch vorher für einen Interessenten attraktiv gewesen. Marchionne sagte, dass die in der Branche bezahlten Übernahmesummen noch immer zu hoch seien. Lonza habe in den vergangenen zwei Jahren keine Unternehmen gefunden, die die Rendite- oder geographischen Anforderungen für eine Übernahme erfüllt hätten. Derzeit gebe es keine Akquisitionsgespräche, sagte der Lonza-Chef.

Wachstumsmöglichkeiten sieht Lonza vor allem im Bereich Auftragsproduktion und Biotechnologie. Deswegen würden 180 Mill. $ in die Vervierfachnug der Fermentations- Kapazitäten investiert. Im traditionellen Bereich der organischen Chemikalien soll den zunehmend komplexer werdenden Exklusiv-Moleküle mit dem Ausbau der Technologiepaletten Rechnung getragen werden.

Lonza passt auch die Organisation der neuen Geschäftsstruktur an: Neben CEO Marchionne wird Chief Technology Officer Helmut Rupp stellvertretender Konzernchef. Für die einzelnen Geschäftsbereichte - Exklusivsynthese, organische Feinchemikalien, anwendungsorientierte Spezialitäten, Biotec und Biologics - seien Bereichsleiter verantwortlich. Das Unternehmen verlegt zudem seien Firmensitz nach Basel. Die bisherige Konzernzentrale in Zürich werde an die kanadische Aluminium-Gruppe Alcan vermietet, die hier ihre Europazentrale einrichten wird, sagte Marchionne.

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) schrieb in ihrem täglichen Kommentar, dass die Zahlen 2000 deutlich über den Konsensus- Erwartungen liegen. Die Fokussierung auf Gebiete, die schneller wachsen als der Spezialchemiemarkt, sowie die starke Kundenbindung und Marktstellung rechtfertigten eine höhere Bewertung. Die ZKB stuft Lonza auf "ÜbergewichteN" von "Marktgewichten" hinauf. An der behaupteten Schweizer Börse gaben Lonza bis Mittag um 0,11 % auf 950 sfr nach.

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