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12.02.2003

14:48 Uhr

Lübecker Kieft&Kieft greift zu

Rettung für Ufa-Kinos in Sicht

Für die angeschlagenen traditionsreichen Ufa- Kinos ist Rettung in Sicht. Kieft & Kieft aus Lübeck als einer der größten deutschen Kinobetreiber (CineStar) und der Kinowerbevermarkter RoWo Holding aus Fürth wollen mit einer gemeinsamen Auffanggesellschaft 32 der 37 Ufa-Kinos übernehmen.

HB/dpa HAMBURG. "Wir haben einen Vorvertrag mit dem Insolvenzverwalter geschlossen", sagte Heiner Kieft, Geschäftsführer der Kieft & Kieft Filmtheater GmbH, am Mittwoch der dpa in Hamburg. Diesem Vertrag muss der am kommenden Montag tagende Gläubigerausschuss noch zustimmen.

Kommen die Lübecker mit ihrem Partner zum Zug, setzt sich das Unternehmen mit dann 96 Kino-Standorten, mehr als 145 000 Sitzplätzen und rund 240 Mill. Euro Umsatz an die Spitze der Branche in Deutschland. Kieft bewertete den Einstieg bei Ufa zum 1. April als "einmalige Chance". "Die Kino-Standorte beider Unternehmen ergänzen sich" sagte Kieft. Es gebe kaum Überschneidungen. Die von den Geschwister Marlis und Heiner Kieft geführte Firma ist vor allem in mittleren Städten vertreten und erhält in Großstädten wie Köln und Hamburg Multiplex-Kinos hinzu.

Synergien sollen in der Verwaltung, bei der Kinowerbung sowie mit der Übertragung von Kino-Konzepten erzielt werden. Die Rowo-Holding, die unter anderem drei Werbeverwaltungen in Düsseldorf, Fürth und München unter ihrem Dach führt, soll künftig für die Vermarktung der Theater zuständig sein, Kieft für das operative Geschäft.

Die Ufa GmbH-Theater & Co KG hatte Anfang Oktober 2002 nach Liquiditätsproblemen Insolvenzantrag beim Amtsgericht gestellt. Seitdem arbeitet der Hamburger Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder an einer Lösung zum Fortbestand des Unternehmens. Der Spielbetrieb in den Ufa-Kinos (55 000 Plätze), in denen rund 1 000 Beschäftigte in Voll- und Teilzeit arbeiten, lief unterdessen weiter.

Im Zuge der nun erfolgenden übertragenden Sanierung könnten fast der gesamte Ufa-Kinopark und die Arbeitsplätze erhalten werden. Bei den fünf nicht übernommenen Kinos und deren Mitarbeitern handele es sich im wesentlichen um Spielstätten, deren Mietverträge ohnehin auslaufen, berichtete Kieft. Die Verwaltung solle zum Teil nach Lübeck verlagert werden.

Die Höhe der Mieten war und ist eine Knackpunkt für die Ufa- Betriebe. "Die Auffanggesellschaft wird auch mit Volker Riech weiter über Mietreduzierungen verhandeln", sagte Kieft. Dem früheren Ufa- Teilhaber Riech, der 14 Spielstätten an die Hamburger vermietet hat, hatte das Unternehmen auf Grund seines Liquiditätsengpasses seit Monaten keine Mieten mehr gezahlt. Diese Außenstände belaufen sich auf mittlerweile rund 10 Mill. Euro.

Darüber gibt es zwischen Riech und Ufa Rechtsstreitigkeiten, die derzeit ruhen. In seinem jüngsten Urteil folgte das Hamburger Landgericht der Rechtsauffassung der Ufa, wonach die Einbehaltung des Mietzinses als Eigenkapital ersetzende Gebrauchsüberlassung zu bewerten sei. Ein früheres Urteil gab dagegen dem Kläger Recht. Diese Altlasten werden die neue Auffanggesellschaft aber nicht belasten. Riech hatte in einem Konsortium ebenfalls Interesse an der Übernahme von Ufa-Kinos gezeigt.

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