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22.02.2002

11:54 Uhr

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Lügen erlaubt

Die überwältigende Mehrheit der Deutschen hält kleine Lügen für erlaubt - aus Selbstschutz, um im Beruf Karriere zu machen oder auch um in Liebesdingen erfolgreich zu sein.

wiwo/ap DüSSELDORF. Dies hat eine von der Zeitschrift "Apotheken-Umschau" in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage ergeben. Insgesamt wurden nach deren Angaben 2 490 Frauen und Männer über 14 Jahre befragt. Danach halten 68,6 % der Befragten eine Lüge gegenüber Nachbarn für entschuldbar.

Auf Rang zwei und drei der am häufigsten Belogenen stehen laut Umfrage die Arbeitskollegen und das Finanzamt. Danach folgen Geschwister, Vorgesetzte und Geschäftspartner. Nur 20,8 % der Befragten halten es für entschuldbar, dem Ehepartner die Unwahrheit zu sagen. Jeder zweite Deutsche lügt laut Umfrage, um im Job Erfolg zu haben. Zwei Drittel lügen nach eigenen Angaben, um sich Probleme zu ersparen, und mehr als 85 % gaben an, zu lügen, "um andere nicht zu beleidigen oder zu kränken".

Während Männer nach Angaben der Zeitschrift vor allem lügen, "um sich ihre Freiheit und Unabhängigkeit zu bewahren" oder den Status vor anderen zu verbessern, schwindeln Frauen vor allem dann, wenn sie damit die Gefühle anderer schützen können. Beiden Geschlechtern gemeinsam ist nach Darstellung der von der Zeitschrift zitierten US-Psychologin Dory Hollander aber, dass sie überwiegend aus Angst lügen, oder um sich in ein besseres Licht zu rücken. 73 % der Befragten erklärten weiter, sie hielten schon viele Höflichkeitsfloskeln für unwahr. Diese würden allerdings das Zusammenleben erleichtern und seien daher notwendig.

Im Auftrag der Zeitschrift wurde auch danach gefragt, welche Berufsgruppen nach Ansicht der Bundesbürger am ehesten zum Lügen neigen. Danach glauben 93,1 % der Deutschen, dass es die Politiker mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Ähnlich schlecht steht es um das Image der Gebrauchtwagenhändler, denen 92,5 % der Befragten nicht trauen. Auf den Plätzen drei und vier der Misstrauens-Skala finden sich schließlich Immobilienmakler und Versicherungsvertreter. Ärzten und Apothekern trauen dagegen die wenigsten Bundesbürger eine Lüge zu.

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