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03.01.2002

17:28 Uhr

Lügendetektor

Schwindlern wird’s warm um die Augen

Wer bei seinem Gesprächspartner vermutet, dass er schwindelt, schaut ihm besonders scharf in die Augen. Mit etwas Erfahrung erkennt er vielleicht Veränderungen in der Gestik, die den Heuchler verraten. Noch besser wäre es, er könnte dabei einen von US-Wissenschaftlern entwickelten Lügendetektor einsetzen, der anhand des Wärmemusters im Gesicht erkennt, ob jemand die Wahrheit spricht oder lügt.

sgr DÜSSELDORF. Der neue Lügendetektor besteht aus einer Wärmebildkamera, die mit einem Computer verbunden ist. Ein Team um den Forscher James Levine von der Mayo Klinik in Rochester hat herausgefunden, dass das neue Gerät in mehr als 80 % der Fälle richtig lag. Herkömmliche Lügendetektoren vergleichen die Veränderung der Pulsrate, der Atmung und der Schweißbildung.

James Levine erklärt, dass sich bei lügenden Menschen die Augenpartie erwärmt. Die Wärmebildkamera kann dies erkennen und der Computer die Informationen auswerten. Bei betrügerischen Absichten erzeuge der menschliche Körper sogar typische psychologische Signale wie einen verstärkten Blutfluss in bestimmten Teilen im Gesicht.

Auch von ungeschultem Personal einsetzbar

Während herkömmliche Lügendetektoren neben der Einwilligung der betroffenen Personen auch Zeit und Experten für die Interpretation der Daten benötigen, lässt sich die Wärmeanalyse einfach einsetzen. Selbst ungeschultes Personal könne die Wärmekamera verwenden, da man keine komplizierten Messgeräte benötige.

Während die bestehenden Lügendetektoren derzeit nur an einigen Gerichten in einigen US-Bundesstaaten, in Japan und Israel zur Beweisführung eingesetzt und erlaubt sind, könnte die neue Methode beispielsweise auch bei Kontrollen an Grenzen und Flughäfen für mehr Sicherheit sorgen, hofft das Forscherteam.

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