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13.02.2002

10:18 Uhr

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Luft- und Raumfahrtindustrie blickt pessimistisch auf 2002

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie rechnet für 2002 mit einem sinkenden Umsatz und einem Rückgang der Beschäftigung.

rtr BERLIN. Zur Begründung verwies Verbandspräsident Rainer Hertrich am Mittwoch in Berlin auf die Folgen der Anschläge vom 11. September und die verschlechterte Weltkonjunktur. Konkrete Zahlen für das laufende Jahr nannte Hertrich zunächst nicht. Die Stimmung zum Jahreswechsel habe sich bei knapp zwei Drittel der mehr als 120 Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie eingetrübt. "Die Krise der Fluggesellschaften erfasst auch die Hersteller von zivilen Flugzeugen und ihre Zulieferer", erklärte Hertrich.

Im Jahr 2001 habe die deutsche Branche nach sechs Jahren stetigen Wachstums ihren Umsatz weiter auf geschätzte 15,3 Mrd. ? (Vorjahr 14,8 Mrd. ?) erhöht. Nach vorläufigen Ergebnissen sei die Zahl der Beschäftigten im vierten Jahr in Folge gestiegen - und zwar auf 71 200 von 69 000. Zum erwarteten leichten Beschäftigungsrückgang im laufenden Jahr solle vor allem die natürliche Fluktuation ausgenutzt werden.

Die schwierige Lage für die Luft- und Raumfahrtindustrie wurde nach Einschätzung Hertrichs allerdings nicht erst durch die Anschläge vom 11. September und ihre Auswirkungen ausgelöst. Die Verschlechterung der Weltkonjunktur habe sich schon Mitte 2001 angekündigt. Die Folgen für die von Konjunkturzyklen stark abhängige zivile Luftfahrt seien einschneidend gewesen. Die Passagierstatistik der Vereinigung der Europäischen Fluggesellschaften (AEA) hat nach BDLI-Angaben zwischen September und November 2001 ein Minus von über 30 % auf den Nordatlantikrouten ausgewiesen. Erst seit Anfang Dezember stabilisierten sich die Zahlen wieder. Im vergangenen Jahr hätten die Fluggesellschaften nach Angaben des internationalen Branchenverbandes IATA weltweit 15 Mrd. Dollar Verlust eingeflogen und mehr als 130 000 Arbeitsplätze abgebaut. Der BDLI erklärte weiter, bei Herstellern und Ausrüstern von Flugzeugen sei weltweit der Abbau von rund 60 000 Stellen angekündigt worden.

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