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22.01.2002

12:48 Uhr

Lufthansa-Aktien stark unter Druck

Deutsche Standardwerte deutlich im Plus

Die Anleger warten gespannt auf weitere Unternehmensergebnisse und die Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturdaten. Stark unter Druck standen jedoch die Aktien der Deutschen Lufthansa, die Börsianern zufolge auf Grund eines angekündigten Verlusts für 2001 sowie wegen eines drohenden Streik bei der Tochter City Line verloren.

Quelle: Handelsblatt

Reuters FRANKFURT/M. Die Anleger warten gespannt auf weitere Unternehmensergebnisse und die Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturdaten. Stark unter Druck standen jedoch die Aktien der Lufthansa , die Börsianern zufolge auf Grund eines angekündigten Verlusts für 2001 sowie wegen eines drohenden Streik bei der Tochter City Line verloren. Die Papiere von Infineon legten nach den starken Verlusten vom Montag indes deutlich zu.

Der Deutsche Aktienindex tendierte am Mittag rund ein Prozent fester bei 5 122 Zählern, nachdem er im frühen Handel noch bis auf 5 028 Stellen abgesackt war. Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax 50 zog um 1,14 Prozent auf 1 172 Punkte an. Der Nebenwerte-Index MDax lag 0,27 Prozent im Plus bei 4 406 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx 50 der größten europäischen Aktien zog 1,28 Prozent auf 3 569 Zähler an.

Trotz der anziehenden Aktienkurse sei eine wirkliche Belebung des Geschäfts noch nicht zu verzeichnen, sagten Händler. Zudem sei das weitere Aufwärtspotenzial gering, auch wenn die noch ausstehenden Geschäftszahlen wichtiger Unternehmen gut ausfielen. Für eine nachhaltige Kurserholung müsse die Konjunktur spürbar anziehen. Börsianern zufolge warten die Anleger am Dienstag noch gespannt auf die Zahlen des Chip- und Handy-Herstellers Motorola und des Software-Produzenten Commerce One , an dem SAP zu 20 Prozent beteiligt ist. Für 16.00 MEZ wurden zudem die US-Frühindikatoren für Dezember erwartet.

Der US-Online-Buchhändler Amazon.com hat im abgelaufenen Quartal nach eigenen Angaben erstmals in der Firmengeschichte einen Gewinn erwirtschaftet. Der Überschuss liege bei 0,01 Dollar je Aktie. In Deutschland notierte Amazon-Aktien stiegen um 14,57 Prozent auf 13,60 Euro. Der US-Telekomausrüster Lucent hat unterdessen seinen Verlust im Rahmen der Erwartungen auf 0,23 Dollar je Aktie verringert, nach 0,42 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Die in Deutschland notierten Lucent-Titel zogen um 7,89 Prozent auf 8,20 Euro an.

Der Lufthansa droht einem Zeitungsbericht zufolge ein Streik bei der Tochter City Line. Die Fluggesellschaft rechnet nach Angaben ihres Personalvorstands Stefan Lauer zudem für 2001 mit einem Nettoverlust, erwartet für 2002 aber einen leichten Gewinn. Mit Blick auf Lauers Aussagen sagte Fondsmanager Stephan Thomas von Frankfurt Trust, es handele sich dabei offenbar um einen Fingerzeig in Richtung Arbeitnehmer, in künftigen Tarifverhandlungen keine allzu hohen Forderungen zu stellen. Die Lufthansa-Aktie verbilligte sich 1,55 Prozent auf 17,20 Euro.

Nach den Verlusten von 2,35 Prozent am Montag legten die Aktien von Infineon um 2,84 Prozent auf 23,50 Euro zu. Ein Händler sagte, die Botschaft der Telefonkonferenz des Unternehmens sei offenbar etwas besser ausgefallen als der gemeinsam mit den Geschäftszahlen veröffentlichte Ausblick. Außerdem hätten die Preise für Speicherchips (DRAMs) jüngst um rund sieben Prozent zugelegt. Infineon-Chef Ulrich Schumacher zufolge müssen die DRAM-Preise um ein bis zwei Dollar steigen, um 2002 Gewinne zu schreiben. Am Vortag hatte der Chip-Hersteller eine Verringerung des Verlustes im abgelaufenen Quartal bekannt gegeben. Infineon wies aber zugleich darauf hin, dass es für eine Erholung am Chip-Markt noch keine klaren Signale gebe.

Daimler-Chrysler -Papiere gewannen 1,86 Prozent auf 47,10 Euro. Der Konzern plant einem Zeitungsbericht zufolge den Einstieg in das Gebrauchtwagengeschäft. Die neue Konzerntochter solle dabei alle Marken vermarkten. Daimler-Chrysler könne damit seinen eigenen Kunden wie den Autovermietern Europcar oder Sixt in die Quere kommen, die einen guten Teil ihrer Erträge mit dem Geschäft relativ neuer Gebrauchtwagen erzielten. Die Titel von Sixt lagen mit einem Minus von 4,52 Prozent auf 11,41 Euro an der Spitze der Verlierer im Nebenwerte-Index MDax.

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