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16.01.2002

11:51 Uhr

Lufthansa auf Gewinner-Seite

Intel-Ausblick belastet deutsche Aktien

Belastet vom schwachen Ausblick des weltgrößten Chip-Herstellers Intel haben die deutschen Aktienmärkte nach Händlerangaben am Mittwoch an Wert verloren. "Die Stimmung am Markt ist unsicher. Die Bären sind wieder aus ihren Höhlen gekommen", sagte Aktienhändler Andreas Schneller von Merck Finck.

Reuters FRANKFURT. Intel ziehe den gesamten Technologiebereich nach unten, fügte ein Düsseldorfer Händler hinzu. Der Halbleiter-Branchenprimus Intel hatte am Vorabend bekannt gegeben, trotz eines im vierten Quartal 2001 deutlich über den Markterwartungen liegenden Gewinns je Aktie noch keine Anzeichen einer Konjunkturerholung zu sehen. Die Investitionen in Anlagen würden um ein Viertel gekürzt. Indessen rechnen von Reuters befragte Analysten für Deutschland mit einem Wirtschaftswachstum von 0,7 % im laufenden Jahr.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am Vormittag um 0,81 % unter seinem Vortagesschluss bei 5021 Punkten. Zeitweise fiel der Index der wichtigsten deutschen Kapitalgesellschaften bis auf 5005 Zähler und damit in die Nähe der 5000-Punkte-Marke. Psychologisch sei diese Marke wichtig, sagte ein Händler. Charttechnisch sei dagegen die 4900-Punkte-Marke relevant. Am Neuen Markt gab der Blue-Chip-Index Nemax50 2,2 % auf 1155 Zähler nach. Der M-Dax für mittelgroße Werte lag knapp behauptet bei 4326 Punkten.

In den USA hatten die Börsen am Dienstag freundlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte 0,33 % und die Technologiebörse Nasdaq 0,51 % gewonnen.

Die von Reuters jedes Quartal zum Wirtschaftswachstum in Deutschland befragten Analysten und Volkswirte rechnen durchschnittlich mit einem Wachstum von 0,7 % im laufenden Jahr. Im Oktober 2001 hatten die Experten für 2002 noch einen Anstieg um 1,5 % prognostiziert. Im zweiten Halbjahr sei mit einer Belebung der Konjunktur zu rechnen. Für 2003 werde im Mittel (Median) ein Wachstum von 2,5 % in Deutschland erwartet.

Die Aktien von Infineon hätten sich dem schwachen Intel-Ausblick nicht entziehen können, sagten Händler. Das Papier gab 2,58 % auf 24,55 Euro nach. Siemens verloren knapp zwei Prozent auf 71,57 Euro.

MAN büßten 2,94 % auf 24,14 Euro ein. "Morgen kommen die Zahlen von MAN. Es gibt vielleicht einige Sorgen, nachdem die Aktien letzte Woche wegen Spekulationen um Fusionen und Akquisitionen stark gewonnen hatten", sagte ein Analyst. Seit Montag hat die MAN-Aktie rund neun Prozent an Wert verloren.

Auf der Gewinnerseite präsentierten sich hingegen die Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa , die sich um 2,03 % auf 17,12 Euro verteuerten. "Es gab stärkere Käufe für Fluglinien gestern Abend in den USA. Dieser Trend setzt sich heute fort", sagte ein Chef-Aktienhändler. Außerdem profitierten Lufthansa-Titel von den wieder niedrigeren Ölpreisen und den im vergangenen Jahr um elf Prozent gestiegenen Passagierzahlen bei Eurowings. Lufthansa hält 24,9 % an Eurowings.

Das Indexschwergewicht Deutsche Telekom legte mehr als ein Prozent auf 17,52 Euro zu. "Der Telekom-Anstieg ist eine Reaktion auf die schwachen letzten Tage. Ich denke nicht, dass es fundamental etwas neues gibt. Das ist nur eine technische Erholung", sagte Ernst Konrad, Fondsmanager bei Activest in München.

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