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23.02.2004

09:13 Uhr

Lufthansa erwartet wachsendes Geschäft

Indiens Luftfahrt steht vor der Liberalisierung

VonOliver Müller

Indiens Luftfahrtmarkt steht vor einschneidenden Veränderungen. In die überfällige Liberalisierung der Branche kommt Bewegung. Zusammen mit der bevorstehenden Privatisierung großer Flughäfen und der geplanten Flottenexpansion indischer Fluglinien wird dies starke Wachstumskräfte freisetzen, glauben Branchenexperten. Davon erwartet neben Airbus auch die Lufthansa mehr Geschäft.

NEU DELHI. Das Center for Asia Pacific Aviation (Capa) rechnet damit, dass nach den Parlamentswahlen im April die Empfehlungen einer Expertenkommission für einschneidende Reformen des Luftfahrsektors umgesetzt werden. Dazu gehören die Erlaubnis von Auslandsinvestitionen bis 49 % in indische Fluglinien, die Öffnung internationaler Routen für die privaten Airlines des Landes sowie die Privatisierung der maroden Staatsunternehmen Air India und Indian Airlines und eine massive Expansion derer Flotten. Ringt sich die neue Regierung dazu durch, würde dies massive Investitionen nach sich ziehen und das Wachstum des Marktes merklich beschleunigen.

Bislang hat die Regierung aber nur Steuersenkungen für Inlandsflüge und Flugbenzin umgesetzt. "Alleine das verspricht für 2004 starkes Wachstum", meinen die Capa-Analysten. "Es gibt kein zurück mehr bei der Liberalisierung des Luftfahrtmarkts", glaubt auch Werner Heesen, Südasienchef der Lufthansa. Die Regierung habe erkannt, dass die Überregulierung die ganze Volkswirtschaft ausbremse. Heesen erwartet jedoch eine schrittweise Umsetzung von Reformen: "In ein bis zwei Jahren wird der Markt voll in Fahrt kommen."

In der für seinen Konzern besonders wichtigen Wachstumsregion Asien-Pazifik ist Indien im Vorjahr zum zweitwichtigsten Markt nach Japan aufgerückt. Daran war die Sars-Krise mit schuld, die das China-Geschäft schwer traf. 29 reguläre Flüge pro Woche nach Delhi, Bombay, Chennai und Bangalore machen Lufthansa bereits heute zur europäischen Airline mit den meisten internationalen Verbindungen nach Indien. Heesen sieht zudem gute Chancen, das Streckennetz noch in diesem Jahr um ein fünftes Ziel im Süden des Landes auszuweiten. "Das boomende Outsourcing-Geschäft schafft unglaubliche Reiseströme", begründet er das Interesse an Südindien.

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