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05.01.2001

16:30 Uhr

Lufthansa will noch im Frühjahr entscheiden

Airbus kann mit weiteren A380-Aufträgen rechnen

Der US-Frachtdienst FedEx will offenbar bis zu zehn Maschinen zum Gesamtpreis von bis zu 4,7 Mrd. DM kaufen. Auch die Lufthansa bekräftigte ihr Interesse.

rtr FRANKFURT/PARIS. Das europäische Airbus - Konsortium kann offenbar mit weiteren Aufträgen für die Passagier- und die Frachtversion seines neuen Großraumflugzeuges A380 rechnen. Einem Zeitungsbericht zufolge steht eine Bestellung des US-Frachtdienstes FedEx über bis zu zehn Maschinen zum Gesamtpreis von 2,3 Mrd. $ (rund 4,7 Mrd. DM) unmittelbar bevor. Auch die Deutsche Lufthansa bekräftigte am Freitag ihr Interesse und will wohl noch im Laufe des ersten Quartals entscheiden, ob sie den A380 oder die geplante Großraum-Maschine des Airbus-Konkurrenten Boeing, 747X, anschaffen will.

Eine Lufthansa-Sprecherin bestätigte, dass die Fluggesellschaft noch im Frühjahr über den Erwerb von Großraumflugzeugen beraten wolle. Eine A380 oder 747X könnte auf den Langstrecken zwischen Frankfurt und New York, Singapur oder Neu-Delhi eingesetzt werden. "Wir brauchen die A380 vielleicht für 2007 oder 2008", sagte sie. Airbus-Co-Chef Rainer Hertrich hatte der Lufthansa im Dezember 2000 ähnliche Konditionen in Aussicht gestellt wie den sechs Erstkunden, wenn sie sich bis Anfang 2001 für das Flugzeug entscheide. Lufthansa-Chef Jürgen Weber hatte Mitte November gesagt, dass seine Gesellschaft langfristig an der Anschaffung der neuen Flugzeug-Typen interessiert sei, sich bei dieser Entscheidung jedoch Zeit lassen werde.

Erstkundenkonditionen in Aussicht gestellt

Das europäische Flugzeugbau-Konsortium Airbus hatte Mitte Dezember den offiziellen Startschuss für den Bau der bis dahin unter dem Arbeitstitel A3XX geplanten A380 gegeben. Airbus will mit der 555-sitzigen Maschine dem Erzrivalen Boeing und dessen Großraumflugzeug 747-400 Paroli bieten. Boeing prüft derzeit ebenfalls den Bau einer vergrößerten 747-Version.

Nach Angaben aus Verhandlungskreisen, will FedEx bis zu zehn, mindestens aber fünf Exemplare der A380-Frachtversion bestellen, die dem Listenpreis zufolge bis zu 2,3 Mrd. $ kosten würden. Auch hier seien aber Erstkundenkonditionen in Aussicht gestellt worden. Die sechs ersten Gesellschaften, die bereits im vergangenen Jahr insgesamt 50 Flugzeuge bestellt hatten, erhalten darauf Preisnachlässe von bis zu 30 %. Die Führung von FedEx wolle in den nächsten Wochen den Kauf beschließen.

Auch Cathay Pacific und Atlas Air beraten über A380

Sprecher von Airbus und FedEx wollten zu dem Bericht keine Stellung nehmen. Die in Toulouse ansässige Airbus Industrie hatte aber bereits in der Vergangenheit Lufthansa und FedEx als Interessenten genannt. Auch Cathay Pacific und Atlas Air stehen in Verhandlungen über die A380.

Airbus gehört zu 80 % zu dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. 20 % hält die BAe Systems Plc. Das Airbus-Konsortium soll rückwirkend zum 1. Januar in eine Aktiengesellschaft ("Airbus Integrated Company") umgewandelt werden.

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