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13.02.2001

20:21 Uhr

Lustloser Handel

Dax kaum verändert

Die deutschen Aktien haben am Dienstag im späten Handel ihre Tagesgewinne abgegeben und die Sitzung mit Verlusten beendet. Nach der mit Spannung erwarteten Anhörung des US-Notenbankchefs Alan Greenspan vor dem US-Senat hatten die deutschen Aktienmärkte zunächst ihre freundliche Tendenz beibehalten.

rtr/dpa FRANKFURT. Greenspan hatte in der Anhörung von einer voraussichtlich deutlichen Abkühlung der amerikanischen Konjunktur in diesem Jahr gesprochen, was von Analysten als Hinweis auf weitere Zinssenkungen gewertet wurde. Der Deutsche Aktienindex (Dax) beendete den Handelstag mit einem Abschlag von 0,11 % bei 6 557 Punkten. Der Neue Markt für Wachstumstitel schloss 0,21 % leichter auf 2 528 Punkten.

Im Mittelpunkt standen bei den Frankfurter Standardwerten DaimlerChrysler, deren US-Tochter Chrysler nach Angaben aus Firmenkreisen 2002 die Gewinnschwelle erreichen wird. Dagegen belasteten die Telekom-Aktien, die mit mehr als vier Prozent der größte Dax-Verlierer waren, den Gesamtmarkt. Am Neuen Markt gehörten MobilCom am Tag ihrer Bilanzpressekonferenz mit einem Kursverlust von zeitweise beinahe acht Prozent zu den größten Verlierern.

Greenspan hatte am Nachmittag bei der Präsentation seines Halbjahresberichts vor dem Bankenausschuss des US-Senats gesagt, die US-Wirtschaft werde sich in diesem Jahr angesichts des rückläufigen Verbrauchervertrauens und hoher Lagerbestände "substanziell abschwächen". Er bezeichnete die Inflation in den USA als weiter gering. Die Aussichten für das langfristige Produktivitäts-Wachstum in den USA bleiben Greenspan zufolge weiter gut. Die US-Firmen seien zudem optimistisch, dass die Unternehmen der Technologiebranche Produktion und Gewinne weiter steigern könnten.

Daimler-Chrysler im Aufwind

"Greenspans Aussagen deuten auf eine Zinssenkung im März hin, aber den Markt scheint das nicht zu beeindrucken, da sie schon eingepreist ist", sagte Jason Forde, Fondsmanager bei Maintrust. "Meiner Meinung nach ist die wichtigste Aussage sein anhaltendes Vertrauen in die Produktivität der US-Unternehmen, denn dadurch wird langfristig das Anlegervertrauen zurückkommen", fügte er hinzu. Die US-Börsen notierten zu Handelsbeginn in der Gewinnzone, rutschten aber ebenfalls im Handelsverlauf ins Minus. Bei Frankfurter Börsenschluss notierte der Dow-Jones-Index 0,1 % im Minus, die technologielastige Nasdaq gab 0,2 % ab.

Im Dax sorgten die Titel von Daimler-Chrysler für Auftrieb. Die Aktien führten die Gewinnerliste mit einem Plus von 3,6 % auf 54,70 Euro an. Die US-Sparte Chrysler wird nach Angaben aus Firmenkreisen im Jahr 2002 die Gewinnschwelle wieder erreichen und voraussichtlich die Jahresbilanz 2002 nicht mehr mit Verlusten belasten. "Viele hoffen jetzt, dass DaimlerChrysler die Probleme bei Chrysler in den Griff bekommt und wollen den Turn-around-Punkt nicht verpassen", sagte eine Händlerin. Umsatzspitzenreiter im Dax waren noch vor Daimler-Chrysler aber die Papiere der Deutschen Telekom, die vorübergehend auf 30,11 Euro und damit auf ihr niedrigstes Niveau seit rund zwei Jahren absackten. Der Titel schloss mit einem Abschlag von 4,8 % auf 30,54 Euro. Mehr als 13 Mill. Papiere wurden umgesetzt. Händler führten den Kursrutsch auf charttechnische Gründe und die Herunterstufung durch die Ratingagentur Moody's vom Vorabend zurück.

Mit Kursgewinnen reagierte das Papier des Düsseldorfer Energiekonzerns Eon auf das vorgelegte Betriebsergebnis für das vergangene Jahr. Die Aktie verteuerte sich um 1,67 % auf 58,00 Euro.

Deutsche Post vor Aufnahme in den Dax

Der Kurs der Linde -Aktie stieg nach Bekanntgabe der Unternehmenszahlen um 0,55 % auf 55,28 Euro. Die Zahlen hätten den Aktienhandel nicht überrascht, sagte Stefan Hentschel vom Bankhaus Lampe.

Deutsche Post kletterten um 0,30 % auf 23,60 Euro. Die Aufnahme der Aktie gelb in den Dax-30 ab März gilt unter Marktbeobachtern inzwischen als ausgemachte Sache. Auch die Analysten der Bankgesellschaft Berlin rechnen damit, dass der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse AG am Mittwoch einen entsprechenden Beschluss fällt.



Im MDax standen die Titel von ProSiebenSat.1 Medien AG mit einem Abschlag von 11,6 % auf 28,50 Euro an der Spitze der Verlierer. Bereits am Montag hatten die Titel mehr als zwölf Prozent eingebüßt, nachdem in einer Zeitung unter Berufung auf eine Statistik des Medienforschungsunternehmens GfK über rückläufige Werbeeinnahmen bei dem Sender berichtet worden war. Dies hatte das Unternehmen auch bestätigt.



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