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22.01.2002

10:56 Uhr

Luxemburger Gewerkschafts-Vorsitzender veruntreute Guthaben

Briefträger-Gewerkschaft aufgelöst

Nach dem Millionenskandal und der Verhaftung ihres Vorsitzenden wird die Gewerkschaft der Luxemburger Briefträger FSFL am 2. Februar aufgelöst.

dpa LUXEMBURG. Das teilte der Interimschef, Roger Losch, am Dienstag nach einer Krisensitzung in Luxemburg mit. Der Ex- FSFL-Vorsitzende Jos Nickts (53) habe Sparguthaben der rund 1200 Mitglieder veruntreut. Die Auflösung soll das Restvermögen zur Entschädigung der Opfer freisetzen. Den Schaden schätzen die Briefträger auf rund 5 Mill. Euro (9,78 Mill. DM).

Nickts, seit 16 Jahren Gewerkschaftschef, war am Freitag wegen des Verdachts auf Veruntreuung, Urkundenfälschung, Betrug und Diebstahl verhaftet worden. Die wesentlichen Vorwürfe streitet er nicht ab. Für Immobiliengeschäfte, Spekulationen und zur persönlichen Bereicherung soll er Gelder aus Fonds der Gewerkschaftskasse abgezweigt haben. Der Sprecher der Luxemburger Staatsanwaltschaft, Jean-Paul Frising, sagte, die Taten des Funktionärs erstreckten sich über Jahre - und ins Ausland. Möglicherweise seien gefälschte Kontoauszüge und eine falsche Buchführung den Kassenprüfern zur Täuschung vorgelegt worden.

Der mit der Auflösung beauftragte Sachverständige wird nach Angaben der Gewerkschaft gerichtliche Schritte einleiten, um einen Teil der veruntreuten Guthaben einzutreiben. "Ein Gericht wird auch die eventuelle Mitverantwortung der Staatsbank und der Sparkasse BCEE klären müssen", teilte FSFL-Chef Losch mit.

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