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10.04.2003

20:06 Uhr

„Mache mir keine Illusionen“

BBC: Fisichella wird Sieger von Brasilien-GP

Der italienische Pilot Giancarlo Fisichella darf sich laut BBC berechtigte Hoffnungen machen, nachträglich zum ersten Sieg in seiner Formel-1-Karriere zu kommen.

HB/dpa ROM/MÜNCHEN. Laut der Webseite des Rundfunksenders BBC soll der 30-Jährige am Freitag nachträglich vom Internationalen Automobilverband (FIA) zum Gewinner des Grand Prix von Brasilien am Sonntag in Sao Paulo erklärt werden. Die BBC beruft sich in ihrer Meldung vom Donnerstag auf hochrangige FIA-Funktionäre. Die FIA will sich mit dem Ergebnis von Sao Paulo am Freitag (11.00 Uhr) in Paris befassen.

Zuvor hatte sich Fisichella zurückhaltend über seine Chancen geäußert. "Ich will mir keine Illusionen machen. Ich möchte nicht noch einmal enttäuscht werden", sagte der Jordan-Fahrer am Donnerstag dem staatlichen italienischen Fernsehen. Der Italiener hatte sich am Sonntag zunächst als Sieger gefühlt, wurde aber dann als Zweiter hinter dem Finnen Kimi Räikkönen gewertet.

Unterdessen zeichnet sich im Streit um das neue Reifen-Reglement fünf Tage nach den Streit beim Regen-Wochenende in Brasilien eine Annäherung zwischen dem Internationalen Automobilverband FIA und den Teams ab. "Wir werden uns alle Vorschläge anhören, die von den Teams auf den Tisch gebracht werden", zitierte das britische Fachmagazin "Autosport" einen FIA-Sprecher. Nach der Kritik am neuen Reglement, wonach die Teams am Wochenende nur noch einen Typ Regenreifen einsetzen dürfen, nahm die FIA nun die Rennställe und die Reifenhersteller in die Verantwortung: Diese müssten eine vernünftige Lösung finden, hieß es weiter in dem Bericht.

In dieser Woche diskutieren die Technikchefs der Teams mit der FIA wie geplant über das zu Saisonbeginn eingeführte Reglement. In der kommenden Woche soll vor dem Europa-Auftakt in Imola bei einer Sitzung mit den Teamchefs über mögliche Änderungen entschieden werden.

Am Mittwoch hatte die FIA angekündigt, dass das Ergebnis des chaotischen Grand Prix von Brasilien nun erneut auf dem Prüfstand steht. Man habe Hinweise erhalten, dass Fisichella zum Zeitpunkt des Rennabbruchs bereits in der 56. Runde gewesen sei. Sollte sich dies bestätigen, müsste der Stand nach der 54. von 71 geplanten Runden gewertet werden.

Zunächst hatte es geheißen, dass das Rennen in der 55. Runde nach den Unfällen von Mark Webber und Fernando Alonso abgebrochen worden sei. Gewertet wurde der Stand nach 53 Runden. Fisichella hatte den finnischen WM-Spitzenreiter in der 54. Runde überholt.

"Ich bin der einzige gewesen, der zwei Mal am Unfallort vorbeigefahren ist. Dann bin ich erst in die Box zurückgefahren", äußerte Fisichella als Argument für die 56-Runden-These. Sein Team habe der FIA bereits wichtige Daten übermittelt, erklärte er weiter. "Ich habe Räikkönen im Rennen überholt. Ich habe eine Finte gesetzt und bin innen an ihm vorbeigezogen", so Fisichella.

Sollte er am Freitag am "Grünen Tisch" als Sieger gewertet werden, würde sich der Italiener dennoch nicht ganz entschädigt fühlen: "Mir bleibt auf jeden Fall die Enttäuschung darüber, dass ich nicht auf die höchste Stufe des Podests steigen durfte." Fisichella, der seit 110 Formel-1-Rennen auf seinen ersten Sieg wartet, hatte sich am Sonntag in Brasilien zu früh gefreut. Sein Jordan-Team jubelte heftig nach der Zieldurchfahrt, ehe die Wertung der FIA bekannt wurde. Der Rennstall reagierte zurückhaltend auf die FIA-Mitteilung vom Mittwoch. "Wir warten das Ergebnis der Sitzung am Freitag ab", hieß es auf der Homepage.

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