Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.01.2003

09:55 Uhr

Machtkampf um Österreichs „Krone“

WAZ will Dichand loswerden

Der seit Monaten schwelende Machtkampf um die österreichische "Neue Kronenzeitung" hat sich weiter zugespitzt. Der Essener WAZ-Konzern, der zur Hälfte an dem größten Blatt im Lande beteiligt ist, will den anderen Hälfte-Eigentümer, den Zeitungsgründer, Chefredakteur und Herausgeber Hans Dichand, endgültig loswerden.

HB/dpa WIEN. "Wir sind der Meinung, dass in den Führungspositionen seine Zeit abgelaufen ist", sagte der WAZ- Geschäftsführer Erich Schumann am Dienstag im Österreichischen Rundfunk (ORF).

"Die "Krone" gehört zu den schlechtest verdienenden Zeitungen in der Gruppe", begründete Schumann den Standpunkt seines Verlages. "Und dafür ist Herr Dichand verantwortlich". Der fast 82-jährige Dichand, einer der einflussreichsten Journalisten in Österreich, widersprach dieser Darstellung. "Es steht mit der Zeitung erstklassig", sagte er im ORF. Auf die Frage, wie lange er die "Kronenzeitung" noch leiten werde, antwortete er: "Wenn es notwendig ist, bis ich tot umfalle."

Ursprünglich hatte sich der Konflikt der beiden Eigentümer an der überraschenden Ernennung des Dichand-Sohnes Christoph zum neuen Chefredakteur entzündet. Die WAZ hält den 37-jährigen Juristen für ungeeignet für diese Position und will mit allen Mitteln verhindern, dass er am 1. Februar seine Arbeit an der Spitze der Zeitung aufnimmt. "Wir werden das Match gewinnen", zeigte sich Schumann siegessicher.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×