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03.07.2000

12:17 Uhr

dpa MEXIKO-STADT. Nach den 1917 in Moskau an die Macht gekommenen Kommunisten (Herrschaftsende 1991) war die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) in Mexiko die am längsten regierende Partei des 20. Jahrhunderts. Nach ihrer Wahlniederlage vom Sonntag wird ihre Herrschaft mit dem Wechsel im Präsidentenamt am 1. Dezember zu Ende gehen.

Ihre geistigen Wurzeln hatte die PRI in der Mexikanischen Revolution (1910-1920) als sich bürgerliche und sozialrevolutionäre Kräfte gegen die Diktatur von Porfirio Diaz erhoben. Gegründet wurde sie, zunächst unter anderem Namen, allerdings erst 1929 von dem Revolutionsgeneral Plutarco Elias Calles. Sein Ziel war es, die verschiedenen Machtgruppen zusammenzuführen und so nach den blutigen Revolutionswirren den inneren Frieden in Mexiko zu sichern.

Als "Partei ohne Ideologie", so der Historiker Hector Aguilar Camin, passte sich die PRI dem jeweiligen Geist der Zeiten an und ordnete sich dem Willen des amtierenden Staatspräsidenten unter. Mit ihr sind die Verstaatlichung des Erdöls und die Landreform, die Industrialisierung und Modernisierung Mexikos, aber auch Machtmissbrauch und Korruption verbunden.

Ihr allmählicher Abstieg begann mit den Wirtschaftskrisen der 80er Jahre, die die Legitimität des politischen Systems erschütterten. Nachdem sie bei den Wahlen 1994 und 1988 mit nur noch 50 % der Stimmen gewonnen hatte, tritt sie jetzt eine ungewissen Zukunft als Oppositionspartei an.

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