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13.01.2003

11:35 Uhr

Mädchen an Erbrochenem erstickt - Kein Zusammenhang mit Torte

Noch keine Entwarnung bei Tiefkühltorten

Trotz der bislang ergebnislosen Untersuchungen hat das hessische Sozialministerium seine Warnung vor dem Verzehr bestimmter Tiefkühltorten am Montag aufrecht erhalten.

HB/dpa WIESBADEN/DARMSTADT. Produkte mit der Bezeichnung "Feine Conditor Auswahl - bunte Sahneplatte - neu sortiert" des Herstellers Coppenrath & Wiese mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 12/2003 und der Chargenbezeichnung L2164M119 sollten weiterhin nicht verzehrt werden, sagte der Referatsleiter Lebensmittelüberwachung, Alexander Becht.

Ein Mädchen war am vergangenen Freitag gestorben, nachdem es mit seiner Familie eine Torte des in Osnabrück ansässigen Herstellers gegessen hatte. Fünf weitere Familienmitglieder litten unter Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen. Das Mädchen aus Kelsterbach ist nach dem Ergebnis der Obduktion an Erbrochenem erstickt. Es gebe keinen Hinweis dafür, dass die Torte und eventuelle bakterielle Verunreinigungen Ursache für den Tod sei, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Darmstadt, Klaus Reinhardt, am Montag. Möglicherweise habe das Mädchen "zu viel von der Torte" gegessen.

In Niedersachsen gab es unterdessen drei neue Krankheitsfälle, die nach Ansicht der Behörden im Zusammenhang mit dem Verzehr einer tiefgekühlten Torte von Coppenrath & Wiese stehen könnten. Ein vier Jahre altes Mädchen und zwei Erwachsene hätten nach einer Familienfeier über Übelkeit, Bauchschmerzen und ähnliche Symptome geklagt, hieß es. Das Mädchen sei am schlimmsten betroffen, aber nicht in Lebensgefahr.

Das nordrhein-westfälische Umwelt- und Verbraucherschutzministerium sowie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium rieten am Sonntagabend, vorerst auf den Verzehr des genannten Produkts zu verzichten. Noch sei die Ursache für die Erkrankungen in Niedersachsen aber nicht geklärt.

Coppenrath & Wiese bezeichneten am Montag die erneute Warnung aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen als voreilig. Die Konditorei geht auch in diesem Fall davon aus, dass das Produkt nicht bakteriell belastet ist.

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