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04.02.2002

16:46 Uhr

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Männer mit Ultraschall sterilisiert

Ganz ohne chirurgische Schnitte in den Körper kommt eine neue Methode zur Sterilisation bei Männern aus. Dank gezielter Ultraschall-Stöße ist sie schmerzlos und einfach, erklärt das Entwicklerteam von der Johns Hopkins Medical School in Baltimore.

wsa DÜSSELDORF. Die Forscher hoffen, dass die Methode vielen Männern die Angst vor einer Sterilisation nimmt. Denn noch lassen sich sehr viel mehr Frauen sterilisieren, obwohl bei ihnen der Eingriff mit mehr Kosten und Komplikationen verbunden ist.

"Im Prinzip kocht man das Gewebe", beschreibt Forscher Nathaniel Fried das Prinzip. Dabei sei aber sichergestellt, dass allein ein kleiner Bereich des Samenleiters und kein umliegendes Gewebe in die Schusslinie des Ultraschalls gerät. Der Arzt ertastet den Samenleiter im Hodensack des Patienten dicht unter der Haut und klemmt ihn in einer Hautfalte sanft in einen Plastik-Clip. Darin stecken ein Wandler, der fünf Watt starke Ultraschallwellen erzeugt, und ein Kühlsystem.

Die Form des Wandlers stellt sicher, dass sich die Ultraschallwellen wenige Millimeter unter der eingefassten Hautoberfläche konzentrieren. Ein Ultraschallpuls von 20 bis 50 Sekunden erhitzt den Samenleiter an dieser Stelle auf über 50 Grad Celsius. Dabei sterben einzelne Zellen ab, Narbengewebe bildet sich, und der Samenleiter ist verschlossen. Eine Wasserkühlung im Clip vor, während und nach der Prozedur stellt sicher, dass die Haut dabei nicht verbrennt.

Frieds Team hat die Methode bisher erfolgreich an Hunden durchgeführt. Nun müssen die Wissenschaftler den Erfolg in klinischen Tests auch am Menschen nachweisen. Bei einer herkömmlichen Sterilisation (Vasektomie) schneidet der Chirurg ein fingerbreites Stück aus dem Samenleiter heraus und verschließt die Enden.

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