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08.01.2003

12:57 Uhr

„Männer sollen sich zum Playboy bekennen“

„Playboy“ will Leserschwund stoppen

Mit der Schauspielerin Cosma Shiva Hagen auf dem Titelbild erscheint der "Playboy" an diesem Donnerstag (9. Januar) erstmals nach dem Besitzerwechsel. Der Burda-Verlag als neuer Herausgeber will den Leserschwund durch ein neues Image mit einer Mischung aus Erotik, anspruchsvollen Reportagen und Interviews stoppen

Playaboy-Chefredakteur Stefan Schmortte will dem Magazin ein neues Image verpassen. Foto: dpa

Playaboy-Chefredakteur Stefan Schmortte will dem Magazin ein neues Image verpassen. Foto: dpa

HB/dpa MÜNCHEN. . "Wir wollen aus dem "Playboy" ein First Class Magazin für Männer machen", sagte Chefredakteur Stefan Schmortte in München. Die Auflage soll in von zuletzt rund 160 000 auf mehr als 200 000 Exemplare gesteigert werden.

Das Potenzial für Männermagazine ist nach Ansicht von Schmortte enorm. "Wenn man sich ansieht, wie viele Frauenzeitschriften es gibt, habe ich keinen Zweifel daran, dass noch einiges nachzuholen ist." Der Burda-Verlag hatte sich die Lizenz für den "Playboy" Mitte vergangenen Jahres von der amerikanischen Muttergesellschaft gesichert. Zuvor war der "Playboy" 30 Jahre lang im Hamburger Bauer- Verlag erschienen.

Bauer hatte sich nach Angaben Schmorttes allerdings geweigert, die Abonnenten-Kartei herauszugeben, und Burda den Start damit erschwert. Dieses Problem sei inzwischen gelöst. "Die Alt-Abonnenten werden bald Post von uns bekommen." Zusätzlich will der Verlag mit einer 3 Mill. ? teuren Werbekampagne um neue Leser werben.

Der neue "Playboy" wende sich vor allem an gut situierte Männer, die die schönen Dinge des Lebens genießen möchten. "Als typischen Leser stelle ich mir jemanden vor, der lustvoll und spielerisch mit der Welt umgeht", sagte Schmortte. "Ich möchte, dass die Männer sich zum Playboy bekennen und ihn so selbstverständlich wie jedes andere Magazin im Café oder in der Business-Class im Flugzeug lesen." Auch Frauen seien aber als Leserinnen gern gesehen. "Am schönsten wäre es für uns natürlich, wenn eine Frau ihrem Mann ein Playboy-Abonnement schenkt."

Als Nacktmodelle will der "Playboy" bekannte Frauen aus allen Bereichen der Gesellschaft gewinnen. "Wir wollen die unbekannten Seiten von bekannten Frauen zeigen", sagt Schmortte. Die meisten Frauen empfänden es als schmeichelhaft, vom "Playboy" angesprochen zu werden - selbst dann, wenn sie das Angebot ablehnten. Neben den Fotos von nackten Schönheiten setzt Schmortte mit seinem Team aus 27 Mitarbeitern auf Interviews und Reportagen aus allen Lebensbereichen, Reisereportagen, Autotests und Computertipps. Im ersten Heft können sich die Leser beispielsweise nach dem Anblick der spärlich bekleideten Nina-Hagen-Tochter Cosma Shiva über die Arbeit und die Einstellungsvoraussetzungen beim Bundesnachrichtendienst informieren.

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