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21.01.2002

20:45 Uhr

Märkte tendieren schwächer

Technologie-Werte geraten wieder unter Druck

VonChristian Schnell

Da in den USA das Börsengeschäft wegen des Martin Luther King Feiertages am Montag ruhte, kamen auch die europäischen Börsen kaum in Fahrt. Zusätzlich belasteten Nachrichten aus dem Technologie-Sektor. Einstige Aushängeschilder wie Nokia und Vodafone werden nun von Analysten skeptischer betrachtet.

FRANKFURT/M. Wie sehr die europäischen Aktienmärkte vom Einfluss der Wall Street abhängig sind, wurde am Montag wieder einmal mehr als deutlich. Da jenseits des großen Teichs wegen des Martin Luther King-Feiertags die Börse geschlossen blieb, war an den europäischen Handelsplätzen weitestgehend Zurückhaltung angesagt. Die Aussage großer Investoren, die vor einer neuen Aktienblase in den USA warnen, führte sogar dazu, dass es fast an jedem europäischen Aktienmarkt bergab ging. Zudem litten besonders die Technologiewerte, da die Analysten von Morgan Stanley die Aktie des Handy-Herstellers Nokia von "neutral" auf "underperform" herunter stufte. Das Wachstum des einstigen Börsenlieblings soll im ersten Halbjahr 2002 wesentlich langsamer vonstatten gehen, hieß es.

In der allgemeinen Zurückhaltung bildete der Deutsche Aktienindex (Dax) keine Ausnahme. Der Großteil der 30 Werte lag im Minus, der Leitindex schloss bei 5069,74 um 1,02% schwächer. Auch hier mussten die Technologie-Werte - allen voran die Siemens -Familie (Siemens, Infineon, Epcos) sowie SAP - abgeben. Epcos büßten 5,7 % ein. Infineon hatte seine Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres (30.9.) bekannt gegeben. Zwar hat der Halbleiter-Produzent seinen Verlust vor Zinsen und Steuern gegenüber dem Vorquartal von 882 auf 564 Mill. reduziert und damit weitgehend die Erwartungen der Analysten getroffen, für eine Erholung innerhalb der nächsten sechs Monate gibt es nach deren Ansicht aber bisher nur wenige Signale.

Gegen den Trend legten Preussag um 4 % zu, die noch immer von einer Höherstufung durch das Investmenthaus Merrill Lynch profitierten. Höher schlosen auch Bayer und Degussa sowie MAN und .

Leicht verbessert zeigten sich die im MDax gelisteten Nebenwerte. Gefragt waren besonders die zuletzt wegen finanzieller Schwierigkeiten unter Druck geratenen Cargolifter. Auch an den Regionalbörsen gab es überwiegend freundliche Tendenzen, so in Hamburg, Bremen, Berlin und Düsseldorf. Knapp behaupten konnten sich immerhin Stuttgart , Hannover und München.

Die übrigen europäischen Börsen schlossen meist schwächer. Der DJEuro Stoxx 50 verlor 1,02 %. In London schloss der FTSE-100 jedoch 0,2 % fester. Unter Druck standen die Papiere des Mobilfunk-Anbieters Vodafone . Analysten von Morgan Stanley bezeichneten die Wachstumschancen des Unternehmens als "nicht zufriedenstellend". Ebenfalls freundlich zeigte sich die Börse in Wien. Ungeachtet der weiterhin recht festen Nestle-Aktie ging es an der Schweizer Börse in Zürich mit dem SMI-Index bergab. Hier war wegen der gerade angelaufenen Bilanzsaison eine gewisse Zurückhaltung zu spüren, da viele Investoren noch Rückschlagpotenzial sehen.

Leichter präsentierten sich auch die Handelsplätze in Mailand, Amsterdam und Paris; Madrid büßte rund 1,3 % ein. In Asien hat die Tokioter Leitbörse den Handel knapp behauptet beendet. In Hongkong und Sydney gingen die Kurse dagegen etwas fester aus der Sitzung. In Singapur schloss der Handel uneinheitlich.

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