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24.12.2011

14:20 Uhr

Mäzen des Jahres

Hans-Werner Hector - Der Tatkräftige

VonFriedrich von Metzler

Der SAP-Gründer Hans-Werner Hector hat sich um Kunst und Kultur verdient gemacht. Noch zuletzt spendete er der Mannheimer Kunsthalle 50 Millionen Euro. Er ist der Mann der guten Taten.

Hans-Werner Hector setzt sich regelmäßig mit der „Hector-Stiftung“ für Kunst und Kultur ein. Imago

Hans-Werner Hector setzt sich regelmäßig mit der „Hector-Stiftung“ für Kunst und Kultur ein.

Im Anfang war die Tat.“ Wenn Johann Wolfgang von Goethe im „Faust“ die Hauptfigur zu dieser Erkenntnis kommen lässt, spricht daraus auch der Dichter selbst. Denn der schrieb nicht nur Verse. Goethe war auch der Jurist, der am Hof zu Weimar verschiedenste politische Ämter innehatte, schließlich sogar Finanzminister wurde. Er wollte die Welt mitgestalten – trotz oder vielleicht gerade wegen der vielen menschlichen Unzulänglichkeiten.

„Im Anfang war die Tat“ – das könnte auch der Leitgedanke von Hans-Werner Hector sein. Ich freue mich sehr, dass das Handelsblatt ihn für sein vielfältiges Wirken als „Mäzen des Jahres“ würdigt. Dass aber die Hector-Stiftung so viel Gutes tun kann, fußt auf einer persönlichen Erfolgsgeschichte. Hans-Werner Hector hat mehrfach ein Gespür dafür bewiesen, Neues umzusetzen und langfristig zum Gelingen zu führen.

Hector zählt zu den großen Pionieren in der elektronischen Datenverarbeitung. Vor 40 Jahren schufen einige junge Männer völlig Neues, als sie in einer Dreizimmerwohnung in Mannheim an ihren Software-Ideen bastelten – und damit den Grundstein für den Weltkonzern SAP legten. Einer dieser klugen Köpfe war Hector. „Software“ aber war noch ein Fremdwort, und in Mannheim misstraute man diesem rätselhaften Geschäft. So kam es, dass die Gründer ihr erstes Firmengebäude im nahen Walldorf bauten.

Das Unternehmen wuchs. Als Hector nach Philadelphia und Boston ging, um das US-Geschäft auf den Weg zu bringen, war das ein entscheidender Schritt für SAP. Was aus der Rückschau wie ein „Selbstläufer“ aussehen mag, erforderte Mut, Ausdauer und Tatkraft.

Mit seiner unternehmerischen Leistung hat sich Hector nicht begnügt. Es war ihm stets ein wichtiges Anliegen, von diesem Geschäftserfolg etwas an die Gesellschaft zurückzugeben. 1995 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Josephine die Hector-Stiftung – getragen von dem Gedanken, dass eine Gesellschaft nur dann intakt sein kann, wenn ihre Bürger füreinander einstehen. Dieser Stiftung widmet das Ehepaar seine ganze Tatkraft. Es gibt kein Projekt, um das sich die beiden nicht persönlich kümmern.

Dieses Jahr konnte sich die Stadt Mannheim über die Großzügigkeit des Mäzenatenpaars freuen: Josephine und Hans-Werner Hector stellten 50 Millionen Euro für einen Neubau an die Kunsthalle bereit. Schon lange suchte die Stadt nach einer Lösung für den stark sanierungsbedürftigen Bau. Die dürfte dank der Spende nun gefunden sein – und die Zukunft der traditionsreichen Kunsthalle gesichert. Goethes Freund Friedrich Schiller, der am Mannheimer Theater erste Erfolge feierte, war beseelt von der Idee, dass Schönheit und Kunst unser Zusammenleben menschlicher machen. Eine kühne Vorstellung!

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