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05.02.2002

19:00 Uhr

Management will Dividende von 83 Cent vorschlagen

Schering plant einen größeren Zukauf

Der Berliner Pharmakonzern verhandelt über eine Transaktion von über 500 Mill. Euro. Schering interessiert sich dabei für ein "global operierendes Unternehmen" , wie Finanzvorstand Pohle sagt.

Quelle: Handelsblatt

va BERLIN. Für den Kauf ist Pohle zufolge "von unserer Seite nichts mehr zu tun. Man muss nur uns den Vorzug geben". Es gebe mehrere Interessenten. Pohle schloss nicht aus, dass die Verhandlungen Ende März beendet sein könnten. Ob es sich dabei um einen Firmenkauf oder um eine Beteiligung handelt, ließ er offen. Auch ein japanisches Unternehmen könnte bei der Transaktion in Frage kommen. Denn Schering hat Probleme auf dem japanischen Markt, der für den Pharmakonzern nach den USA der zweitwichtigste Einzelmarkt ist. Der Verkauf des Unternehmens Aventis Crop Science wird Schering im Geschäftsjahr 2002 einen außerordentlichen Erlös von rund 1,5 Mill. Euro bescheren. Bisher hatte der Konzern davon gesprochen, dieses Geld auch für kleineren Zukäufe nutzen zu wollen, aus den Branchen Biotechnologie, Dermatologie oder Onkologie.

Den Rekordgewinn des Jahres 2001 will Pohle im laufenden Jahr auch operativ wieder übertrumpfen. Pohle sagte, der Konzern plane das operative Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr um mehr als 10 % zu steigern. Im Vorjahr lag es bei über 4 % und damit über den Erwartungen von Schering. Auch Analysten, etwa die Bankgesellschaft Berlin AG hatten mit weniger gerechnet. Der Umsatz von 4,84 Mrd. Euro blieb dagegen leicht unter den Erwartungen.

Analysten empfehlen Aktie zum Kauf

Auf dem wichtigsten Markt der Berliner, den USA, will der Konzern im nächsten Jahr stärker wachsen als bisher. Pohle zufolge plant Schering dort seinen Umsatz im laufenden Jahr um 15 bis 20 % zu steigern. Im vergangenen Jahr hatte der Umsatz um 12 % zugelegt.

Zum Gewinn von Schering haben Pohle zufolge im vergangenen Jahr besonders die Hormonprodukte beigetragen. Auch in den kommenden Jahren verspricht er sich von diesen Medikamenten einen besonderen Schub für Umsatz und Ertrag. "Echte Forschung auf dem Gebiet betreiben außer Schering nur die Firma Akzo Nobel", erklärte er. Denn für die großen Firmen sei der Markt mit einem Volumen von 4,2 Mrd. Dollar zu klein. Banken wie Merrill Lynch und Goldman Sachs empfehlen den Kauf der Schering - Aktie, auch weil sie die Umsatzaussichten der Pille Yasmin sehr hoch bewerten sowie wegen des geringen Wettbewerbs in dem Segment, in dem Schering Marktführer ist.

Betaferon entwickelt sich zum Marktschlager

Das umsatzstärkste Medikament der Berliner ist nach wie vor Betaferon. Das Mittel gegen Multiple-Sklerose erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr rund 691 Mill. Euro. Allein in den USA habe man die Verkäufe um 16 % steigern können. Im Herbst hatte sich der Konzern noch unzufrieden über den Absatz von Betaferon in den USA geäußert; dort macht den Berlinern der US-Konzern Biogen mit dem Präparat Avonex Konkurrenz. Insgesamt erwartete sich Schering von Betaferon im nächsten Jahr einen Umsatzwachstum von 12 bis 15 %. Seine Dividende will der Konzern auf 83 Cent pro Aktie für das Jahr 2001 anheben.

Wie berichtet, verbuchte Schering im vierten Quartal 2001 einen außerordentlichen Erlös von 22 Mill. Euro aus einem Rechtsstreit mit Biogen. Dem stehen jedoch Abschreibungen aus dem Argentinien-Geschäft in Höhe von 33 Mill. Euro gegenüber. Die Berliner rechnen nicht damit, dass der argentinische Schuldner gelieferte Verhütungsmittel bezahlen wird.

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