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05.01.2001

12:45 Uhr

Reuters HAMBURG. Der ehemalige "Stern"-Chef Rolf Schmidt-Holtz wird künftig die Musiksparte der Bertelsmann AG leiten. Wie der Gütersloher Konzern am Freitag bestätigte, wird der 52-jährige mit sofortiger Wirkung President und CEO der Bertelsmann Music Group (BMG). BMG ist eines der weltgrößten Musikunternehmen und hat Sänger wie Eros Ramazotti und Whitney Houston unter Vertrag. Der Bertelsmann-Vorstand Schmidt-Holtz wird den Angaben zufolge auch weiterhin im gesamten Konzern für Inhalte verantwortlich sein. Der ursprünglich vorgesehene BMG-Chef Rudi Gassner war kurz vor Weihnachten überraschend gestorben.

Der Gütersloher Konzern hat sich mit der Ernennung von Schmidt-Holtz für einen Manager für BMG entschieden, der noch keine Erfahrungen im Musikgeschäft hat. Bei Bertelsmann war der Jurist und Journalist Schmidt-Holtz maßgeblich für die Integration des fusionierten Fernsehgeschäfts CLT-UFA verantwortlich. Schmidt-Holtz war von 1997 bis zum vergangenen Jahr Vorstandsvorsitzender der CLT-UFA, die kurz nach seinem Wechsel in den Bertelsmann-Vorstand als "Chief Creative Officer" mit dem Fernsehgeschäft der britischen Pearson-Gruppe zur börsennotierten RTL-Group verschmolzen wurde.

Fusionserfahrung soll helfen

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte am Vortag aus Branchenkreisen die bevorstehende Ernennung von Schmidt-Holtz erfahren. In den Kreisen wurde Schmidt-Holtz nicht zuletzt deshalb als Kandidat für den Posten gehandelt, weil er viel Erfahrungen mit Fusionen hat. Bertelsmann verhandelt seit November mit dem britischen Musikunternehmen EMI über einen Zusammenschluss mit BMG; ein Abschluss der Gespräche wird in Gütersloh nicht vor Ende Januar erwartet. In den Branchenkreisen wird spekuliert, dass Schmidt-Holtz ein Fusionsunternehmen zusammen mit dem BMG-Musikchef Ken Berry leiten könnte.

Verhandlungsnahe Kreise gehen davon aus, dass Konzernchef Thomas Middelhoff die Gespräche auch weiterhin leiten wird. Auch der ursprünglich designierte BGM-Chef Gassner sei bei den Verhandlungen eher im Hintergrund geblieben. Der 58-jährige Gassner war am Tag vor Heiligabend an einem Herzinfarkt gestorben. Anfang Januar hätte er President und CEO, im Sommer auch Chairman von BMG werden sollen.

Schmidt-Holtz arbeitet seit 1988 kontinuierlich bei Bertelsmann, wo er zunächst Herausgeber und dann Chefredakteur des Magazins "Stern" der Verlagstochter Gruner+Jahr war. Seine Karriere begann er 1977 als Chef vom Dienst im Bundespresseamt, dann arbeitete er als Redakteur bei der "Tagesschau" sowie als ARD-Fernsehkorrespondent in Bonn. 1985 trat er als PR-Chef erstmals in den Bertelsmann-Konzern ein. Bevor er 1988 zum "Stern" und damit endgültig zu Bertelsmann wechselte, war er noch zwei Jahre lang Chefredakteur des WDR.

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