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27.01.2007

12:33 Uhr

Managergehälter

Eigentümer tragen Mitverantwortung

VonDieter Fockenbrock

Manager sehen sich ob ihrer von Kritikern als zu hoch eingestuften Bezüge, Optionen, Tantiemen und anderer Gehaltszahlungen in Erklärungsnot. In Davos diskutierten Führungskräfte das Thema.

Teilnehmer des World Economic Forums in Davos. Foto: ap ap

Teilnehmer des World Economic Forums in Davos. Foto: ap

Robert S. Miller ist aus der Schusslinie. Der Executive Chairman des angeschlagenen amerikanischen Autozulieferers Delphi arbeitet als One-Dollar-Man. "Kein Festgehalt, keine Erfolgsbeteiligung, keine Aktienoptionen", versichert der Manager den skeptischen Kollegen in Davos. Die hatten sich gerade über Managergehälter hergemacht und wenig Gutes an denen gelassen, die natürlich nicht im Raum waren. Gehalts-Exzesse, so die einhellige Meinung, wie kürzlich beim Abgang des Homedepot-Chefs schaden der gesamten Berufsgilde.

Damit sind sich die Vorstände großer Konzerne wie kleiner Firmen sogar einig mit den Kritikern aus vielen Gruppen der Gesellschaft. Die saßen schon zuvor beim "Open Forum" in Davos zusammen, um das heiße Thema zu diskutieren. Doch jenseits der immer wider gestellten, aber schier unlösbaren Fragen, "was ist gerecht", was "darf" ein Spitzenmanager überhaupt verdienen, versuchten sowohl engagierte Bürger auf dem Open Forum, das seit fünf Jahren die Themen des Davoser Gipfeltreffens in eine breitere Öffentlichkeit tragen soll, als auch die Kritisierten selbst Lösungen für das Problem zu definieren. Das Überraschende daran: beide Gruppen verwiesen im Kern auf die Verantwortung der Eigentümer.

Und damit steht es diesseits wie jenseits des Atlantiks nicht zum Besten. "Wie kann man sich über schlecht ausgehandelte Abfindungsregeln beklagen, wenn man selbst vor drei oder fünf Jahren eben diesen Vertrag abgesegnet hat?" provoziert ein Amerikaner vor allem die großen Fonds. Auch Thomas Minder, Eigentümer und Chef einer mittelständischen Schweizer Kosmetikfirma, sieht in den Entscheidungsstrukturen das entscheidende Problem. Der streitbare Unternehmer hat deshalb eine Volksinitiative gestartet, um per Gesetz die Aktionäre als letzte Instanz für Managertantiemen festzuschreiben.

Ob Exzesse damit gestoppt werden könnten, bleibt fraglich. Denn auch den professionellen Fonds werfen Manager Kontrollversagen vor. Strittig ist allerdings die Frage, ob es einen funktionierenden Markt für Topmanager gibt, um solch hohe Bezüge zu rechtfertigen. Während CEOs und Berater gern auf den weltweiten Wettbewerb um Spitzentalente verweisen, hegen andere heftige Zweifel. In der Realität gibt es tatsächlich nur wenige Beispiele dafür, dass Vorstandsvorsitzende von Konkurrenzunternehmen abgeworben werden.

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