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28.07.2000

15:53 Uhr

Mannesmann Mobilfunk (D2), T-Mobil (D1), VIAG Interkom und e-plus sind dabei

Bei UMTS-Auktion gehen sieben Bietergruppen an den Start

Für die Unternehmen geht es nach dem Motto "Buy-or-bye-bye" um die Wahrung des Besitzstandes.

afp BERLIN. Sieben Firmen und Konsortien stehen für die größte Versteigerung in der deutschen Wirtschaftsgeschichte in den Startlöchern. Wenn ab Montag die UMTS-Auktion der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in Mainz beginnt, sind natürlich die vier etablierten Netzbetreiber Mannesmann Mobilfunk (D2), T-Mobil (D1), VIAG Interkom und e-plus dabei. Für sie geht es nach dem Motto "Buy-or-bye-bye"um die Wahrung des Besitzstandes. Auch drei Anbieter, die bislang ohne eigenes Netz sind, beteiligen sich an dem Hauen und Stechen um die maximal sechs Lizenzen.

Mannesmann Mobilfunk: Für die Vodafone-Tochter gibt es keine Alternative zum Lizenz-Kauf, wenn das Unternehmen seine Spitzenstellung in Deutschland mit einem Marktanteil von 40,6 Prozent verteidigen will. Vodafone-Chef Chris Gent setzt ohnehin alles auf die Karte Mobilfunk und machte aus dem Mischkonzern Mannesmann nach der Übernahme im Februar in wenigen Monaten einen reinen Telekommunikationskonzern. Schon bei der britischen Versteigerung, bei der für fünf Lizenzen umgerechnet 75 Milliarden Mark zusammmenkamen, hatte Vodafone bis zum Ende mitgeboten.

T-Mobil : Die Tochter des Ex-Monopolisten mit dem D1-Netz und derzeit 39,4 Prozent aller Mobilfunkkunden in Deutschland wird sich bei der Zukunftstechnik UMTS auf dem Heimatmarkt kaum abhängen lassen. Erklärtes Ziel von Telekom-Chef Ron Sommer ist es, die Nummer eins in Europa zu werden. Da der jüngst verkündete Kauf des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream vorwiegend über einen Aktientausch abgewickelt wird, ist die Kriegskasse des Bonner Konzerns nach dem dritten Börsengang und einer Milliarden-Anleihe auf den internationalen Finanzmärkten noch immer gut gefüllt.

Die deutsche E-Plus als Nummer drei auf dem deutschen Markt bietet formal gar nicht mit. Statt dessen springt die Mutter KPN in die Bresche, die sich gerade in den heimischen Niederlanden eine UMTS-Lizenz für eine Spottpreis gesichert hat. KPN soll nach einem Zuschlag die Betreiberrechte dann auf e-plus übertragen. Mit im Bunde ist der Hongkonger Gruppe Hutchison Whampoa , mit der KPN gerade gemeinsam mit dem japanischen Branchenersten NTT DoCoMo eine strategische Allianz bildete.

Viag Interkom, derzeit mit dem E-2-Netz Nummer vier auf dem deutschen Mobilfunk-Markt, fürchtet, bei der Auktion "nolens volens alles mitmachen zu müssen", um bei der Zukunftstechnik dabei zu sein. "Langfristig wird es sich auch auszahlen", sagt Firmenchef Maximilian Ardelt. Nach dem "Spielfieber" in Großbritannien sei "mehr Rationalität" eingekehrt. Interkom-Großaktionär British Telecom ersteigerte in London eine Lizenz für gut vier Milliarden Pfund (mehr als zwölf Milliarden Mark), auch die anderen Eigner E.on und Telenor gelten als finanzkräftig.

Der Ex-Partner der Telekom, France Telecom , will mit hohem finanziellen Aufwand und im Bunde mit der norddeutschen MobilCom eine Lizenz erwerben und den Sprung auf den deutschen Markt schaffen. MobilCom-Chef Gerhard Schmid kann eigenen Angaben zufolge mit dem Pariser Unternehmen im Rücken 22 bis 24 Milliarden Mark auf den Tisch legen. Als einer der Unbekannten gilt das Bieterkonsortium 3G, dem nach dem Rückzug der von France Télécom gekauften britischen Firma Orange noch die spanische Telefónica und die finnische Sonera angehören. Telefónica verfügt wie Sonera bereits auf dem spanischen Markt eine Lizenz. Die Durchsetzungskraft des Konsortiums gilt nach dem Rücktritt von Telefónica-Chef Juan Villalonga und der geplatzten Fusion von Telefónica mit KPN als unsicher. Als wenig aussichtsreicher Kandidat gilt die Swisscom -Tochter Debitel . Der größte deutsche Service-Provider hatte schon im Juni angekündigt, "nicht um jeden Preis" bei der Versteigerung mitzubieten. Die debitel-Führung will deshalb verstärkt auf Mobilfunk-Anwendungen als auf Kartenverträge setzen.

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