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13.06.2000

10:31 Uhr

Mannesmann Mobilfunk: "Wir haben uns geschützt"

Mehr als 1,5 Millionen Handy-Nutzer zahlen angeblich Rechnungen nicht

Die Mobilfunkgesellschaften müssen in diesem Jahr wahrscheinlich bis zu 750 Millionen Mark abschreiben.

afp/adn HAMBURG/DÜSSELDORF. Mehr als 1,5 Millionen Handy-Nutzer in Deutschland bezahlen nach Schätzungen der Unternehmensberatung Mummert+Partner ihre Mobilfunkrechnung nicht. Das Unternehmen veröffentlichte am Dienstag in Hamburg eine Studie, wonach die Mobilfunkgesellschaften in diesem Jahr wegen säumiger Zahler an die 750 Millionen Mark werden abschreiben müssen. Das seien im Schnitt 3,5 Prozent des Umsatzes; bei den Spitzenreitern der Branche gingen sogar bis zu acht Prozent Umsatz durch zahlungsunfähige Kunden verloren, ermittelten die Unternehmensberater.

Sie hielten den Firmen vor, zu wenig auf die Bonität ihrer Kunden zu achten. Bei professioneller Prüfung der Zahlungsfähigkeit und effizienter Betrugserkennung ließen sich die Forderungsausfälle laut Mummert+Partner halbieren. Häufig gebe es in den Mobilfunkfirmen einen internen Zielkonflikt: Während die Markting- und Vertriebsabteilungen möglichst viele Neuverträge abschließen wollten, dränge das Forderungsmanagement auf mehr Zurückhaltung bei der Handy-Freischaltung.

Ein weiteres Problem seien organisierte Banden, die sich Mobilfunkverträge erschleichen und diese dann im "großen Stil missbrauchen", beispielsweise für teure Auslandstelefonate.

Mannesmann Mobilfunk: "kein relevantes Thema"

Für den Mobilfunkbetreiber Mannesmann sind dagegen Forderungsausfälle "kein relevantes Thema", sagte ein Sprecher des führenden deutschen Anbieters am Dienstag auf Anfrage. D2-Sprecher Matthias Andreesen Viegas sagte, er könne sich nicht vorstellen, worauf diese Zahlen beruhen. Er verwies weiter darauf, dass die von den Unternehmensberatern bemängelte Bonitätsprüfung in seinem Unternehmen konsequent durchgeführt werde. "Wir haben uns geschützt", sagte der Sprecher. Zudem würden immer weniger Zweijahresverträge abgeschlossen, mit denen man erst telefoniere und nach Erhalt der Rechnung bezahle. Der Trend gehe eindeutig zu Guthabenkarten, die man kauft und dann abtelefoniert. D2 registriere monatlich eine Million Neukunden, davon würden zwei Drittel die so genannten Prepaid-Karten kaufen. D2 hatte im Mai nach eigenen Angaben 13 Mill. Kunden.

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