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16.01.2002

19:40 Uhr

Marconi einer der größten Verlierer

Europäische Börsen von schwachen Chipwerten belastet

Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch ausnahmslos schwächer geschlossen. Der DJ Stoxx 50-Index sank ein Prozent auf 3513 Punkte. Händler verwiesen auf die schwachen Vorgaben von den US-Märkten und die uneinheitlich ausgefallenen jüngsten Daten zur US-Konjunktur. Dies habe die Konjunktursorgen am Markt erhöht und die Kurse gedrückt.

Reuters LONDON. Zudem hätten die Äusserungen des weltgrössten Chipherstellers Intel aber auch von Samsung Electronics den Technologisektor deutlich unter Druck gesetzt. Intel hatte am Dienstag mitgeteilt, das Unternehmen sehe noch keine Anzeichen einer Konjunkturerholung und wolle im Jahr 2002 knapp ein Viertel weniger in Anlagen investieren als im vergangenen Jahr. Auch Samsung stellte eine Reduktion ihrer Investitionen in Aussicht.

Der DJ StoxxTech-Index sackte fast drei Prozent ab. Zu den größten Verlierern gehörten die Aktien der britischen Marconi mit einem Minus von zehn Prozent sowie die Titel des niederländischen Chipproduzenten ASML, die 8,6 Prozent verloren.

London: Intel belastet Chipwerte

Die Londoner Aktienbörse schloss in Sog schwächerer US-Vorgaben und angeführt von kräftigen Abschlägen bei Technologiwerten tiefer. An der Londoner Aktienbörse verlor der FTSE-100-Index 0,74 Prozent auf 5127 Punkte. Zudem gäben die jüngsten US-Konjunkturdaten keine Hinweise, dass ein Aufschwung bevorstehe, hieß es am Markt. Händler erklärten, der enttäuschende Intel-Ausblick habe insbesondere Chipwerte deutlich belastet. Die Papiere von ARM Holdings brachen fast vier Prozent ein. Die Titel des Softwareunternehmens Sage gaben rund vier Prozent nach. Logica und CMG büssten jeweils sech Prozent ein. Händler verwiesen auf die Ankündigung des Telekomanbieters Vodafone, die Software für den Bildversand von Ericsson zu beziehen. Vodafone verloren ein Prozent. Ebenfalls schwächer notierten Bankenwerte. HSBC schwächten sich um 0,3 Prozent ab, während Barclays über zwei Prozent nachgaben. Händler verwiesen auf den Quartalsverlust der US-Bank JP Morgan Chase wegen ihres Engagements in Argentinien und bei Enron.

Paris: Alcatel unter Druck

An der Pariser Börse gab der CAC-40 Index über zwei Prozent auf 4425 Punkte nach. Kräftige Abschläge bei den Technologiewerten belasteten den Gesamtmarkt. Größter Verlierer unter den Standardwerten waren die Titel des Schwergewichtes Alcatel, die um 5,7 Prozent einbrachen. STMicroelectronics ermäßigten sich um 4,6 Prozent. Die Aktien des Softwarherstellers Dassault Systemes verloren vier Prozent, während Cap Gemini 4,2 Prozent einbüßten.

Zürich: Markteilnehmer frustriert

Negative Unternehmensberichte aus den USA machten den Schweizer Aktien das Leben schwer. Händler sagten, der schwache Ausblick des Chip-Herstellers Intel und der Quartalsverlust bei der zweitgrößten US-Bank JP Morgan Chase hätten zu Abgaben in den jeweiligen Sektoren geführt. Händler sprachen auch von Verkäufen frustrierter Marktteilnehmer und von einer schlechteren Stimmung. Sie trauten den Aussichten betreffend der konjunkturellen Erholung nicht mehr so ganz. Der SMI schloss 0,85 Prozent tiefer auf 6238,9 Punkten. Esec oder SEZ sagten zwar, dass sie von den Investitionskürzungen bei Intel kaum betroffen seien; trotzdem gaben die Titel deutlich nach. Swatch verloren fast sechs Prozent. Eine grosse Auslandsbank sei als größere Verkäuferin aufgetreten.

Amsterdam: ING sorgt für Lichtblick

Auch die Amsterdamer Börse notierte vor allem wegen kräftigen Verlusten im Technologiesektor infolge des enttäuschenden Intel-Ausblickts schwächer. Der AEX-Index büsste ein Prozent auf 489 Zähler ein. ASML verloren fast sieben Prozent und Philips sanken über vier Prozent. Für etwas Aufhellung sorgten dagegen die Titel des Finanzdiestleisters ING, die 1,4 Prozent zulegten. Händler sprachen von angsichts der jüngsten Underperformance des Wertes von einer technischen Reaktion.

Madrid: Argentinien-Krise lastet schwer

In Madrid verlor der Ibex-35-Index 1,8 Prozent auf 7804 Zähler. Händler verwiesen neben dem negativen Einfluss der Intel-Ankündigung auch auf die anhaltende Finanzkrise in Argentinien. Im Banksektor gaben Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Central Hispano 2,3 beziehungsweise 2,9 Prozent nach. Die Telefonica-Aktie verlor 2,7 Prozent. Für einen Lichtblick sorgten Banco Popular mit einem Plus von 4,8 Prozent. Händler erklärten, drittgrößte Bank des Landes habe Zahlen für 2001 vorgelegt, die den Erwartungen der Analysten entsprochen hätten.

Mailand: Gewinnmitnahmen bei Eni

An der Mailänder Börse notierte der MIB-30-Index um 1,34 Prozent schwächer bei 31.244 Punkten. Laut Händlern belasteten Einbußen bei Finmeccanica, Seat Pagine Gialle sowie Eni den Gesamtmarkt. Die Titel des Rüstungsunternehmens Finmeccanica büßten 3,61 Prozent ein. Händler verwiesen auf dessen Abhängigkeit von Halbleitsektor. Die Titel des Medienkonzerns Seat brachen um fast vier Prozent ein. Die Titel des Energiekonzerns Eni gaben 1,5 Prozent nach. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen.

Stockholm: Rückenwind durch Hochstufungen

Der Stockholmer OMX-Index gab 1,83 Prozent auf 785 Punkte nach. Händler erklärten, eine Reihe von Zurückstufungen sowie die anstehenden Quartalsbilanzen von Technologiewerten hätten den Gesamtmarkt belastet. Ericsson verloren drei Prozent, nachdem Danske Securities den Wert auf "verkaufen" von "halten" zurückgenommen hatte. Die Bekanntgabe von Vodafone die Software für seinen Bildversand von Ericsson zu beziehen, sei vom Markt ignoriert worden, hieß es. Unter Druck standen auch Telekomwerte wie Europolitan Vodafone , die um 7,2 Prozent einbrachen. Zuvor hatte Goldman Sachs den Wert auf "market perform" von "market outperform" reduziert.

Wien: Voest-Alpine im Blickpunkt

Der Wiener ATX-Index verlor 0,4 Prozent auf 1124 Punkte. Das Geschehen an der Wiener Börse wurde am Mittwoch von Voest-Alpine und den Schwergewichten Erste Bank und Austria Telekom dominiert. Voest-Alpine verloren 1,22 Prozent, während Erste Bank und Austria Telekom 0,35 Prozent beziehungsweise 1,24 Prozent nachgaben. Für etwas Unterstützung sorgten RHI , die nach einem Kurseinbruch von rund 40 Prozent in diesem Jahr infolge einer technischen Reaktion 19,5 Prozent vorrückten.

Brüssel: Gewinnmitnahmen bei Finanzwerten

Der Bel-20-Index notierte 0,48 Prozent tiefer bei 2646 Zählern. Größte Verlierer waren die Titel von Ion Beam Applications, die 5,7 Prozent nachgaben. Händler verwiesen auf bestehende Sorgen bezüglich der Unternehmensführung. Überdies hätten Gewinnmitnahmen bei Finanzwerten die Stimmung auf dem Parkett belastet. Fortis ermäßigten sich um 0,9 Prozent. Dexia wurden um 0,45 Prozent und die Aktien der Bankgruppe KBC um ein Prozent zurückgestuft.

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