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29.01.2001

18:50 Uhr

Markt entwickelt sich an Psion vorbei

Psion und Motorola beenden Zusammenarbeit bei mobilen Internetgeräten

Einen herben Rückschlag muss der britische Organizer-Hersteller hinnehmen. Das Ende der Partnerschaft mit Motorola schwächt die Position des Außenseiters weiter. Auch das Ergebnis wird unter dem abrubten Ende der Kooperation leiden.

dpa-afx/HB LONDON. Der britische Technologiekonzern Psion Plc. und der US-Telekommunikationsausrüster Motorola Inc. haben die gemeinsame Entwicklung mobiler Internetgeräte abgebrochen. Das teilte Psion am Montag in London mit. Dadurch werde der Vorsteuergewinn der Briten im Jahr 2001 voraussichtlich um rund 12 Mill. Pfund verringert werden.

Motorola verzichte im Rahmen der beendeten Beziehungen auf ein Darlehen von 8 Mill. $, hieß es weiter. Die Rechte der bisher gemeinsam entwickelten Software blieben bei Psion, am sogenannten "Halla Prozessor" würden die Rechte geteilt.

Psion werde mit anderen Partnern, unter ihnen Mobiltelefonhersteller und Halbleiterproduzenten, das Gespräch suchen, teilte das Unternehmen weiter mit. Psion-Sprecher Peter Bancroft wurde mit den Worten zitiert, eines der Produkte solle bereits in der ersten Hälfte kommenden Jahres auf den Markt gebracht werden.

Außerdem gaben die Briten bekannt, dass das Jahresergebnis 2000 etwa im Rahmen der Analystenerwartungen ausfallen werde. Das Unternehmen habe rund 500 000 Palmtops verkauft, was einem Anstieg von 65 % entspreche.

Markt entwickelte sich an Psion vorbei

Psion, Europas größter Hersteller von Westentaschencomputern, galt lange Zeit als Pionier. In den vergangenen Monaten hatte das Londoner Unternehmen allerdings kontinuierlich Marktanteile eingebüßt. Gewinner waren vor allem die mittlerweile börsennotierten Hersteller Palm und Handspring.

Vor der Mitteilung über das Ende der Partnerschaft mit Motorola hatten im Markt Spekulationen kursiert, Psion könne mit dem Konkurrenten Palm einen Allianz eingehen. Palm wird Interesse an einem 32-Bit-Betriebssystem nachgesagt, das Psion mit Epcoc entwickelt hat.

Als schärfster Konkurrent für das Palm-OS-Betriebssystem gilt mittlerweile der von Microsoft unter dem Namen Microsoft Pocket PC vermarkete Standard, der von Casio, Hewlett-Packard und Compaq eingesetzt wird.

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