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05.07.2000

13:55 Uhr

Markt wartet auf zusätzliches Öl

Ölpreis fällt weiter

Weitere Länder wollen sich dem Schritt Saudi-Arabiens anschließen und zusätzlich zur beschlossenen Mehrförderung der Opec Rohöl exportieren.

Reuters LONDON. Der Preis für Rohöl ist am Mittwoch angesichts erwarteter zusätzlicher Öllieferungen der Organsisation Erdöl exportierender Länder (Opec) weiter gefallen. Händlern am Londoner Terminmarkt International Petroleum Exchange (IPE) zufolge wurden gegen Mittag für ein Barrel (159 Liter) der marktbestimmenden Sorte Brent zur Lieferung im August 29,19 $ bezahlt, 39 Cents weniger als am Vortag. Am Dienstag war der Ölpreis auf Grund der Ankündigung Saudi-Arabiens, zusätzlich zu der am 21. Juni von der Opec beschlossenen Mehrförderung von 708 000 Barrel täglich (bpd) 500 000 bpd zu exportieren, um 1,52 $ gefallen. In OPEC-Kreisen in London hieß es, weitere Länder wollten sich dem Schritt Saudi-Arabiens anschließen. Eine Erklärung der Opec werde in den nächsten Tagen erwartet.

Saudi-Arabiens Ölminister Ali el Naimi hatte bereits am Montag in einem Interview der Saudi Press Agency (SPA) angekündigt, das Königreich sei bereit, seine Ölproduktion zu steigern, wenn der Ölpreis nicht innerhalb der nächsten Tage von seinem derzeitigen hohen Niveau zurückgehe. Der Initiative Saudi-Arabiens wollen sich nach Angaben aus Opec-Kreisen nach gegenseitigen Konsultationen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und möglicherweise Kuwait sowie Algerien anschliessen. Nahezu alle übrigen Mitglieder des Kartells förderten bereits an der Grenze ihrer Kapazität. Die Opec werde voraussichtlich in den nächsten Tagen eine Erklärung abgeben, hieß es in den Kreisen.

Das nicht zur Opec gehörende, aber mit Saudi-Arabien verbündete Mexiko hatte bereits am Vortag mitgeteilt, das Land verfüge über freie Kapazität, und erwäge eine Steigerung seiner Exporte zusätzlich zu den von el Naimi angekündigten 500 000 bpd an Opec-Öl.

Iran als zweitgrößter Ölproduzent innerhalb der Opec hält dagegen die am 21. Juni von der Opec beschlossene Erhöhung der Ölförderung für ausreichend, um den Preis auf die angepeilte Marke von 25 $ pro Barrel abzusenken. Der Ölminister des als Preisfalke bekannten Landes sagte Reuters, die derzeitigen Preise am Markt seien nicht durch die Fundamentaldaten gerechtfertigt. Der Preis werde das Ziel von 25 $ erreichen, sobald die beschlossenen zusätzlichen Lieferungen von 708 000 bpd am Markt zu spüren seien.

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