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17.01.2003

08:29 Uhr

Marktführer ECE sieht Bedarf für 30 neue Einkaufszentren

Shoppingcenter koppeln sich von Krise ab

Während der Einzelhandel klagt, florieren die Einkaufscenter weiter. Allein in den vergangenen zwei Jahren wuchs die Zahl deutscher Center mit mehr als 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche nach Berechnungen des Kölner Euro-Handelsinstituts (EHI) von 280 auf 340. Zum Jahreswechsel standen Deutschlands Verbrauchern rund 11 Mill. Quadratmeter Fläche in den Konsumtempeln zur Verfügung.

beu/cs HAMBURG/DÜSSELDORF. In den 68 Einkaufszentren, die der Hamburger Marktführer ECE Projektmanagement GmbH & Co KG in Deutschland betreibt, dürften die Umsätze 2002 um 4 % gestiegen sein, deutet Alexander Otto an. Konkrete Zahlen nennt der Vorsitzender der ECE-Geschäftsführung aber nicht. Flächenbereinigt bedeute dies für ECE zwar Stagnation, "aber die Zentren haben sich gegen den Markt gut behauptet", sagte Otto am Donnerstag. Für den Handel erwartet der HDE 2002 einen Rückgang von 2,5 bis 3 %.

Im In- und Ausland betreibt die zur Otto-Gruppe gehörende ECE mittlerweile 71 Einkaufszentren mit 1,9 Mill. qm Verkaufsfläche, in denen 6 400 Mieter jährlich 8 Mrd. Euro umsetzen. Die Vermietquote liegt bei 99 %. Die durch die Insolvenz einzelner Mieter bedingte Fluktuation beziffert Otto mit 5 %.

Derzeit arbeitet ECE an 11 Großprojekten im Shopping-Bereich, 5 davon entstehen im Ausland. Polen, Ungarn, Tschechien, Österreich und die Schweiz haben nach Aussage Otto für ECE als Zielgebiete höchste Priorität. Allein in Polen beträgt das Investitionsvolumen der ECE-Projekte rund 300 Mill. Euro.

Sechs Zentren realisiert die ECE derzeit in Deutschland. Dabei ist Otto mit den Ergebnissen aus mittelgroßen Städten hoch zufrieden. Dort werden auch in den neuen Bundesländern durchaus mit Westdeutschland vergleichbare Umsätze pro Quadratmeter erzielt.

Und der Boom der Branche hält an. "Wir haben keine Bedenken, dass die positive Entwicklung weitergeht", sagt Reiner Bodenburg, Geschäftsführer des Düsseldorfer Betreibers von Einkaufszentren ITCM. Vor allem in kaufkraftstarken Städten wie München oder Düsseldorf sieht er Nachholbedarf.

Nicht nur die rasch wachsenden Modefilialisten wie Esprit, S. Oliver, Zara oder H&M ziehen die Kundschaft immer mehr in die Center. Auch von den längeren Ladenöffnungszeiten haben die Malls überdurchschnittlich profitiert. Anders als in den Fußgängerzonen, in denen die verschiedenen Geschäfte zu unterschiedlichen Zeiten schließen, gibt in der Mall meist der Center-Manager einen einheitlichen Stundenplan vor.

Auch Otto hält den Markt in Deutschland noch nicht für gesättigt. Seiner Einschätzung nach ist noch Raum für 20 bis 30 weitere Zentren in den Innenstädten.

Die Branche ist sich einig. EHI-Marktforscher Bruno Groner sieht in vielen Mittelstädten durchaus Bedarf für kleinere Einkaufscenter. Besonders innerstädtische Areale haben es den Planern dabei angetan. "Alte Kaufhaus- Standorte sind oft ebenso interessant wie innerstädtische Grundstücke der Post oder Telekom", sagt Björn Isenhöfer vom Düsseldorfer Centerbetreiber Brune Consulting. Allerdings geht der Daumen für die neuen Bundesländer nach unten. "Hier gibt es deutlich mehr Leerstände als im Westen", berichtet Groner.

Daher mag sich die ECE nicht allein auf Shoppingzentren stützen. Derzeit realisiert das Unternehmen gut 20 Großprojekte mit weit mehr als 2 Mrd. Euro Bau- und Planungsvolumen. Auf den Nicht-Shopping-Bereich entfallen 10 Projekte, darunter die Bürovermietung für das Axel-Springer-Haus in Berlin.

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