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09.01.2001

18:32 Uhr

Marktstudien von Daimler-Chrysler in den Vereinigten Staaten

Chancen für Smart in den USA

VonStefan Menzel

Der Zweisitzer Smart aus dem Daimler-Chrysler-Konzern wird möglicherweise in den kommenden Jahren auch in den USA angeboten. Europäische Kleinwagen gewinnen langsam an Bedeutung in den Vereinigten Staaten: Auch die Mercedes A-Klasse kommt 2004 auf den amerikanischen Markt.

DETROIT. Daimler-Chrysler sieht Chancen für eine erfolgreiche Vermarktung des kleinen Zweisitzers Smart in den USA. "Es gibt eine gewisse Nachfrage dafür", sagte Jürgen Hubbert, im Daimler-Chrysler-Vorstand verantwortlich für Mercedes und Smart, am Dienstag auf der Detroit Motor Show im Gespräch mit dem Handelsblatt. Aus Konzernkreisen verlautete dazu ferner, Daimler-Chrysler untersuche derzeit die mögliche Vermarktung des Smart in den großen städtischen Ballungszentren der USA. Hubbert bestätigte, dass das neue A-Klasse-Modell von Mercedes im Jahr 2004 in den USA eingeführt werde.

Hubbert verteidigte die weltweite Expansionsstrategie des Stuttgarter Konzerns und die damit verbundene Fusion mit Chrysler sowie die Beteiligung am japanischen Fahrzeughersteller Mitsubishi Motors. "Wir sind absolut von der Richtigkeit unserer Entscheidungen überzeugt", betonte Hubbert.

Der gesamte Konzern werde der Chrysler-Sparte mit Nachdruck dabei helfen, aus der aktuellen Schieflage herauszukommen und schnell wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Allein im vierten Quartal 2000 hatte Chrysler Verluste in Höhe von 1,2 Mrd. $ verbucht. Hubbert schloss es allerdings aus, dass künftig verstärkt Chrysler-Fahrzeugteile in Mercedes-Modellen eingebaut werden könnten, um damit gezielt mögliche Entlassungen in amerikanischen Chrysler-Fabriken zu vermeiden.

Hubbert warnte davor, vorschnell eine Krise auf dem US-Automobilmarkt herbeizureden. Auch wenn der Markt 2001 leicht auf etwa 16 Mill. Fahrzeuge schrumpfen werde, würden immer noch Rekordwerte erreicht. Zudem gebe es derzeit nicht auf dem gesamten amerikanischen Automarkt Probleme. Nur bestimmte Segmente wie etwa Großraumlimousinen (Minivans) seien von dem Nachfragerückgang betroffen. Europäische und japanische Hersteller hatten sich dem Negativtrend entziehen können und ihren US-Absatz im vergangenen Jahr noch gesteigert. Hubbert sagte, Mercedes werde 2001 noch einmal zulegen können, wenn auch mit etwas verminderter Geschwindigkeit.

Hubbert deutete an, dass Mitsubishi und Chrysler ihre Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns künftig verstärken könnten. So sei vorstellbar, dass der nächste Chrysler-Pkw Neon auf Basis einer Mitsubishi-Plattform gebaut werde. Einen echten Kleinwagen nach europäischem Vorbild (VW Polo, Opel Corsa) werde es von Chrysler jedoch wahrscheinlich nicht geben.

Der koreanische Hersteller Hyundai wird sich nach Angaben Hubberts vorerst nicht am Kleinwagen-Projekt von Smart und Mitsubishi ("Z-Car") beteiligen. Das viersitzige Modell wird von 2004 an gemeinsam in Europa gefertigt. Hyundai bringe zunächst noch eine eigene Kleinwagen-Generation auf den Markt. Daimler-Chrysler hält seit dem vergangenen Jahr eine Beteiligung von zehn Prozent an Hyundai.

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