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05.01.2001

12:50 Uhr

Marktteilnehmer warten Arbeitsmarktbericht

Spekulation um weitere US-Zinssenkungen beflügelt Euro-Renten

Spekulationen um weitere Zinssenkungen in den USA haben die Kurse der europäischen Zinsfutures am Freitag anziehen lassen. Händlern zufolge gehen die Marktteilnehmer überwiegend davon aus, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen bald erneut senken muss, um eine harte Landung der Konjunktur zu verhindern.

Reuters FRANKFURT. Neue Aufschlüsse über die Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft und der Zinspolitik erhoffen sich die Akteure von den für 14.30 Uhr MEZ angekündigten US-Arbeitsmarktzahlen für Dezember. Da sich gegenwärtig die Aufmerksamkeit der Märkte überwiegend auf die Zins- und Konjunkturentwicklung in den USA konzentriere, werde der für 12.00 Uhr erwartete deutsche Auftragseingang im November kaum nenneswerte Impulse liefern, hieß es im Handel. Unterstützung liefere aber der feste Euro.

Der Euro-Bund-Future gewann bis gegen 11.00 Uhr MEZ 29 Ticks auf 109,59 Punkten. Der Bobl-Future legte 20 Stellen auf 106,61 Punkte zu. Am kurzen Ende gewann der Schatz-Future zehn Ticks auf 103,10 Punkte. Die zehnjährige Bundesanleihe notierte mit 104,35 Punkten und rentierte mit 4,683 %.

Die zweite Senkung des Diskontsatzes durch die Fed innerhalb von nur zwei Tagen habe den Markt überrascht, sagten Händler. Am Markt werde dieser ungewöhnliche Schritt aber als Bestätigung dafür gewertet, dass die Fed über die Abkühlung der Konjunktur besorgt ist. "Das (die zweite Diskontsenkung) hat dem Markt so etwas wie ein Signal geschickt, dass möglicherweise einige Banken in den USA, die sich nach Barmitteln umsehen, Probleme haben könnten," sagte Don Alexander von der Dresdner Bank in Frankfurt.

Am Donnerstag reduzierte die Fed den Diskontsatz um weitere 0,25 %punkte auf 5,50 %, nachdem sie diesen Satz bereits am Vortag um 25 Basispunkte auf 5,75 % ermäßigt hatte. Überraschend hatte die Fed am Mittwoch ihren Zielsatz für Tagesgeld um 0,5 %punkte auf 6,0 % zurückgenommen.

Mit Spannung sehen die Marktteilnehmer derzeit dem Arbeitsmarktbericht entgegen, sagten Händler. Das US-Arbeitsministerium wird nach Einschätzung der Analysten um 14.30 Uhr MEZ für Dezember einen höheren Anstieg der Beschäftigtenzahl, aber auch eine höhere Arbeitslosenquote als im November veröffentlichen. Von Reuters befragte Volkswirte erwarten einen Anstieg der Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft um 102 000, nach einem Plus von 94 000 im November. Nach ihrer Schätzung ist die Arbeitslosenquote auf 4,1 % von 4,0 % gestiegen.

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