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04.02.2001

13:14 Uhr

ap BERN. Eine Woche nach der gewalttätigen Demonstration in Zürich haben am Samstag in Bern über 1 000 Globalisierungsgegner friedlich für freie Meinungsäußerung und gegen den Polizeieinsatz am Davoser Weltwirtschaftsforum (WEF) demonstriert. WEF-Gründer Klaus Schwab zeigte sich in der "Samstagsrundschau" von Radio DRS dialogbereit.

An der rund zweistündigen Demonstration in Bern waren die zum Teil vermummten Teilnehmer per Megafon von den Organisatoren aufgerufen worden, Ruhe zu bewahren und sich nicht provozieren zu lassen. Diese Weisung wurde weitgehend eingehalten, die Polizei hielt sich im Hintergrund und trat entlang der Route kaum in Erscheinung. Auf ihren Transparenten verlangten die Demonstranten ein "WEF mit Demos oder kein WEF" und sie verbreiteten Slogans wie "Wir kämpfen für ein selbstbestimmtes Leben", "Gegen die Diktatur des Marktes" und "Beerdigen wir den Geist von Davos". Auf der Schlusskundgebung auf dem Bundesplatz wurde in verschiedenen Reden die Globalisierung und vor allem auch der Aufmarsch der Polizei in Davos kritisiert. Der Einsatz eines derart gigantischen Polizei- und Militärapparates zum Schutz der Superreichen und zur Durchsetzung einer rechtsstaatlich unhaltbaren Repressionsmaschinerie gegen Protestbewegungen müsse klar verurteilt werden, hieß es. Scharf kritisiert wurde auch die "Schnüffelei" der Polizei, die Demonstranten fotografiere, filme und ihre Identität aufnehme.

WEF-Gründer Schwab gibt sich dialogbereit

Der Gründer des Davoser Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, zeigte sich in der "Samstagsrundschau" von Radio DRS dialogbereit. Er werde im kommenden Jahr große Anstrengungen unternehmen, um den Dialog mit den Nichtregierungsorganisationen (NGOs) noch weiter auszubauen und diese in die Planung einzubeziehen. Zugleich wies er aber auch darauf hin, dass in diesem Jahr bereits rund 40 NGOs eingeladen worden und auch kritische Beiträge möglich gewesen seien. Das WEF hätte gerne einen stärkeren Dialog gehabt. Es gebe aber einen harten Kern von gewaltbereiten, mit der Hooligan-Szene im Fußball vergleichbaren Vandalen, die Davos hätten "umfunktionieren" wollen. Deshalb seien der Polizeieinsatz und das Demonstrationsverbot nötig gewesen. "Wir wären froh, eine Situation zu haben, in der jedermann seine Meinung äußern kann - aber im Rahmen der notwendigen Sicherheit," sagte Schwab.



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