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11.01.2001

13:53 Uhr

rtr DUISBURG. Die in die Schlagzeilen geratene MP3-Firma Microboss will sich am kommenden Montag nach eigenen Angaben zu ihren Plänen für die Übernahme der am Neuen Markt notierten Matchnet plc. äußern. "Wir werden am Montag eine Erklärung dazu abgeben", sagte Microboss-Vorstand Sudhir Bhatia am Donnerstag in Duisburg. Microboss hatte am Dienstag zur Verwunderung vieler Börsianer und Beobachter angekündigt, den Online-Dienst Matchnet übernehmen und in eine Biotechnologie-Firma umwandeln zu wollen. Matchnet wies den Vorschlag in einer ersten Reaktion zurück. Zugleich war Verwirrung um ein angebliches Scheitern des angekündigten Einstiegs von Microboss bei der angeschlagenen Gigabell AG entstanden.

Microboss will die auf die Partnersuche im Internet spezialisierte Matchnet plc. nach eigenen Angaben über einen Aktientausch erwerben. Nach der Akquisition solle der Online-Dienst in eine Biotech-Firma zur Genomentschlüsselung umgewandelt werden, hatte es geheißen. Diese Ankündigung hatte sowohl bei Börsianern als auch bei Matchnet selbst Verwunderung hervorgerufen. "Wir haben daran kein Interesse", sagte Matchnet-Unternehmenssprecher Elmar Bob auf Anfrage.

Microboss-Chef Bhatia verteidigte seinen Vorschlag zum Aktientausch. "Wir haben eine bessere Zukunft und einen größeren Markt". Zudem sei sein Unternehmen profitabel. Im Geschäftsjahr 1999 hat Microboss Bhatia zufolge einen Umsatz von zwei Millionen DM bei einem Gewinn von 120 000 DM erzielt. Matchnet rechnet nach eigenen Angaben für das abgelaufene Jahr 2000 mit einem Umsatz von 6,5 Millionen Dollar und einem Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von sieben Millionen Dollar. Der Online-Kontaktdienst will 2001 profitabel werden.

Zu der geplanten Akquisition der angeschlagenen Gigabell AG beziehungsweise deren angebliches Scheitern wollte Bhatia keine Stellungnahme abgeben. Durch die anvisierte Übernahme des im Insolvenzverfahren befindlichen Unternehmens will Microboss früheren Angaben zufolge den Einstieg in den Neuen Markt realisieren. Am Mittwoch hatte es in Presseberichten geheißen, der geplante Microboss-Einstieg bei Gigabell sei an einem gesperrten Aktienpaket des früheren Gigabell-Chefs Daniel David gescheitert. Daniel dementierte dies jedoch auf Anfrage. Von Gigabell-Insolvenzverwalter Dirk Pfeil war in der Sache keine Stellungnahme zu erhalten.

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