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11.01.2001

19:55 Uhr

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Matsushita Elecric plant einschneidenden Konzernumbau

Der weltweit führende japanische Hersteller von Konsumgüterelektronik und Haushaltsgeräten, Matsushita Electric, plant einen einschneidenden Umbau seiner Geschäfts- und Produktionsbereiche. Das vor allem durch die Marken Panasonic und Technics bekannte Unternehmen strebt in den Bereichen "Industrial Equipment" sowie Komponenten und elektronische Bauelemente eine überdurchschnittliche Ausweitung des Geschäft an, teilte Konzern-Präsident, Kunio Nakamura, mit.

bue/ga TOKIO/DÜSSELDORF. Panasonic-Europe-Marketing-Chef, Andre´ Herrmann, sagte, der Konzern habe die Notwendigkeit erkannt, handelsnah arbeiten zu müssen, um seinen Produkt-Absatz steigern zu können. Auch innerhalb Europas bestünden in den Märkten starke regionale Unterschiede. Die Produktionsstätten würden durch die angekündigte Umstrukturierung in Lage versetzt, schneller auf veränderte Nachfragen reagieren zu können. So könnten den regionalen Märkten zu jeder Zeit maßgeschneiderte Angebote präsentiert werden.

Durch den Konzernumbau soll vor allem die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Rivalen Sony verbessert werden. Quantitatives Ziel des Geschäftsplans "Value Creation 21" ist in den kommenden drei Jahren die Ausweitung des Konzernumsatzes gegenüber dem laufenden Geschäftsjahr 2000/01 (31.3.) um rund 20 % auf 9 Bill. Yen (umgerechnet rund 90 Mrd. Euro). Das operative Ergebnis soll um über 110 % auf 450 Mrd. Yen steigen.

In den Bereichen "Industrial Equipment" sowie Komponenten und elektronische Bauelemente wird eine überdurchschnittliche Ausweitung des Geschäfts angestrebt. Daneben sieht der Geschäftsplan die Entwicklung von neuartigen Dienstleistungen über in das Internet integrierte Konsumgüter-Elektronik (E-Commerce, Multimedia-Dienste, Gesundheits-Überwachung, Sicherheits-Dienste) vor. Der außerhalb Japans erzielte Umsatz soll durch Übertragung der bislang noch von Japan aus zentral gesteuerten Geschäftskompetenzen an Regionalgesellschaften in den USA, Europa und Asien überproportional um über 26 % auf rund 4,8 Bill. Yen gesteigert werden. Flankiert wird diese ehrgeizige Expansionsstrategie von Investitionen zur konzerninternen Durchsetzung von IT-Technik von insgesamt 140 Mrd. Yen.

Die angestrebte Ertragsverbesserung soll vorrangig durch zwei Strategien erreicht werden: Aus den bisherigen, produktspezifisch vertikal organisierten Unternehmenssparten werden die weltweit insgesamt fast 250 (ohne Victor Co. of Japan) Produktionsstützpunkte verselbstständigt, wobei auch die Zusammenlegung mehrerer Werke geplant ist. Sie sollen künftig ihre Tätigkeit autonom bestimmen können, hierbei untereinander konkurrieren und so auch in die Lage versetzt werden, Auftragsproduktionen für Konkurrenten zu übernehmen. Versetzungen zwischen den einzelnen Werkszentren sollen künftig nicht mehr stattfinden, im Gegenzug ist eine Kürzung der Grundgehälter um 10 bis 20 % vorgesehen.

Zur Verbesserung der besonders unbefriedigenden Ertragslage im innerjapanischen Geschäft mit elektrischen Hausgeräten und Konsumgüterelektronik ist daneben eine Zusammenfassung und Reorganisation der bislang produktspezifisch organisierten Geschäftseinheiten in lediglich zwei Marketingorganisationen unter den Marken Panasonic und National vorgesehen. Hierdurch sollen die Kosten um 60 Mrd. Yen gesenkt werden. Bis Ende März 2004 soll so der Inlandsmarktanteil von jetzt gut 20 auf über 25 % ausgeweitet werden.

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