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31.07.2000

17:30 Uhr

McCain wegen Wahlaufrufs zugunsten von Bush ausgebuht

Nominierungsparteitag der US-Republikaner beginnt unter starkem Polizeischutz

afp. Unter starkem Polizeischutz hat am Montag in Philadelphia der Nominierungsparteitag der US-Republikaner begonnen, bei dem der texanische Gouverneur George W. Bush zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden soll. An den Straßenecken und in den Hotellobbys der Millionenstadt im US-Bundesstaat Pennsylvania waren hunderte Polizisten postiert. Eine Kundgebung mit fünf- bis sechstausend Gegendemonstranten war am Sonntag friedlich verlaufen.

Bei einem "Schatten-Parteitag" auf dem Universitätsgelände wurde der republikanische Senator John McCain wegen eines Wahlaufrufs zugunsten von Bush ausgebuht. Der Reformer war dem Sohn des ehemaligen Präsidenten George Bush im Vorwahlkampf unterlegen.

Der republikanische Generalsekretär Jim Nicholson eröffnete den Konvent im First Union Center, einem Sportzentrum südlich der Innenstadt, mit mehreren Hammerschlägen. Ein blinder Bergsteiger trug den Flaggengruß vor; danach wurde die Nationalhymne gesungen. Am Montagabend sollten Bushs Frau Laura und der ehemalige Generalstabschef Colin Powell vor den über 4000 Delegierten sprechen. Bush wird am Donnerstag nominiert.

Laura Bush kündigte am Montag in einem Fernsehinterview an, als ehemalige Lehrerin und Bibliothekarin wolle sie über Bildung und über die Werte sprechen, mit denen sie und ihr Mann in Texas aufgewachsen seien. Bush sagte bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ohio, er setze darauf, dass seine Frau in ihrer Rede klarmachen werde, was seine Prioritäten seien: sein Glaube, seine Familie und sein Land.

Die Demonstranten nutzten die Medienpräsenz am Rande des Konvents, um unterschiedlichste Anliegen vorzubringen, von der Kritik an der Todesstrafe und dem geplanten Raketenabwehrsystem (NMD) bis zur Unterstützung für Tibet. Aktivisten veranstalteten Führungen durch die Armenviertel von Philadelphia und kampierten in einem Zeltlager namens "Bushville".

McCain erneuerte auf einer Alternativ-Veranstaltung zum eigentlichen Parteitag seine Forderung nach einer Reform der Wahlkampffinanzierung, die vom republikanischen Partei-Establishment nicht unterstützt wird. Pfiffe erntete er für seinen Appell, Bush zu wählen, da dieser für Verbesserungen bei Bildung und Rente stehe. Am Montag sagte er in einem Fernsehinterview, es sei leicht, immer nur vor loyalen Anhängern zu sprechen. "Ich gehe an Orte, wo Leute noch überzeugt werden müssen."

US-Präsident Bill Clinton erklärte vor demokratischen Großspendern in Chicago, Bush und sein Vize-Kandidat Richard Cheney stünden weit rechts. Das freundliche Image, das sich die Republikaner zu verschaffen suchten, sei nur eine neue Verpackung für alte konservative Inhalte.

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