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30.01.2001

19:29 Uhr

dpa/afx DAVOS. Der Konzernchef der Schnellimbisskette McDonald's, Jack Greenberg, hat sich darüber beklagt, sein Unternehmen sei zur generellen Zielscheibe der Globalisierungsgegner geworden. McDonald's sei sehr wohl an einem Dialog mit kritischen Umwelt-, Menschenrechts- und entwicklungspolitischen Gruppen interessiert. "Aber manchmal funktioniert der Dialog nicht, wenn die Ziele von Anfang an in entgegengesetzten Richtungen liegen", sagte Greenberg am letzten Tag des Weltwirtschaftsforums am Dienstag in Davos.

In einer Podiumsdiskussion unter dem Titel "Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs): von der Polemik zum Dialog" traf Greenberg unter anderem auf den Direktor von Greenpeace International, Thilo Bode, und den Generalsekretär von Amnesty International, Pierre Sane.

Polemik manchmal angebracht

Bode sagte, Dialog sei gut, könne aber den Druck, den kritische Gruppen durch Demonstrationen und Kampagnen auf der Straße erzeugen, nicht ersetzen. "Die Unternehmen ernten oft die Lorbeeren", etwa für Umweltmaßnahmen, die sie nie beschlossen hätten, wenn Umweltgruppen keinen Druck erzeugt hätten. Auch Polemik sei manchmal angebracht, um Unternehmen zum Umdenken zu bringen, sagte der Chef des britischen Kinderhilfswerks "Save the Children Fund", Burkhard Gnärig. Amnesty- Chef Sane beschwor die Unternehmer, den Dialog ernst zu nehmen. "Wenn die Gespräche zu nichts führen, kann das in Gewalt ausarten", sagte er.

Greenpeace-Chef Bode gelang es am Davoser Forum, die Spitzen der internationalen Autoindustrie erstmals zu einem ausführlichen Gespräch über die Probleme des Klimawandels an den Tisch zu bekommen. Zu dem Treffen am Montag kamen mehr als 40 Konzernchefs der Auto- und Zuliefererindustrie, darunter Jürgen Hubbert von Daimler-Chrysler, Ferdinand Piech von VW sowie die Chefs von Renault und Volvo teil.

Greenpeace verlangt Anstrengungen der Autoindustrie, die Kohlendioxid-Emissionen, die zur globalen Erwärmung beitragen, massiv zu reduzieren. Die Autoindustrie trägt zehn Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß bei.

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