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08.01.2003

08:34 Uhr

MDax und TecDax

Indizes nehmen Gestalt an

VonChristian Schnell

Eine Vorentscheidung ist gefallen: Zwar ist für die ab Ende März neu berechneten Indizes der Deutschen Börse die Januar-Rangliste über Börsenumsätze und Marktkapitalisierung maßgebend. Anhand der am Dienstag vorgelegten Dezember-Ausgabe steht jedoch bereits weitgehend fest, welche Aktie künftig in welchem Index gelistet ist.

FRANKFURT/M. Noch ist vieles Spekulation. Doch mit der gestern vorgelegten Rangliste für den Monat Dezember ist eine gewisse Vorentscheidung gefallen, wie die neue Indexwelt der Deutschen Börse ab dem 24. März aussehen könnte. Zwar trifft die endgültige Entscheidung des Arbeitskreis Aktienindizes auf Basis der Rangliste für den Monat Januar. In den gestern vorgelegten Zahlen über Börsenumsatz und Marktkapitalisierung folgen viele Werten jedoch dem Trend der letzten Monate. Dementsprechend wird in der Januar-Rangliste nur noch mit geringen Veränderungen zu rechnen sein.

Ging man in Anlegerkreisen bisher davon aus, dass die Neusegmentierung vor allem für die Aktien der zweiten Reihe entscheidende Veränderungen bringt, so könnte es nach der Rangliste Dezember sogar im Deutschen Aktienindex (Dax) wegen der so genannten Fast-Exit-Regel zu einer Veränderung kommen. Demnach kann ein Wert außerhalb der regulären Anpassung im September auch dann aus dem Dax genommen werden, wenn er in puncto Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung unter Rang 45 fällt. Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP rutschte im Dezember im Bereich Marktkapitalisierung von Rang 41 im November auf Platz 49 und gilt nun wieder - wie bereits des öfteren im vergangenen Jahr - als potenzieller Abstiegskandidat. Allerdings findet sich wie in der Vergangenheit kaum ein geeigneter Aufstiegskandidat: Degussa und Epcos wurden gerade erst aus dem Dax genommen, Beiersdorf gilt nach wie vor als Übernahmekandidat. Karstadt Quelle und Continental haben lediglich Außenseiterchancen.

Wesentlich umfangreicher wegen zahlreicher Neuerungen ist das Stühlerücken in der zweiten und dritten Reihe. Dafür sorgt die Verkleinerung des MDax von 70 auf 50 Werte, die Einführung des 30 Werte umfassenden TecDax und die Abschaffung des Neuen Marktes.

Über weite Strecken zeichnet sich jedoch gerade im MDax ab, wer künftig zu den 50 Auserwählten gehören könnte. 47 Unternehmen erfüllen nach der Dezember-Rangliste beide Kriterien (siehe Tabelle). Laut Reglement genügt es für eine MDax-Aufnahme, entweder in puncto Marktkapitalisierung oder Börsenumsatz zu den 60 größten klassischen Werten hinter dem Dax zu gehören. Für bisher etablierte MDax-Werte wie Sixt, Beate Uhse oder Loewe gehen die Chancen auf einen Verbleib damit gegen Null. Gestiegen sind hingegen die Aussichten des Bahn-Zulieferers Vossloh, der noch nach der Novemberliste als Wackelkandidat galt. Auffällig auch: Nahezu alle künftigen MDax-Mitglieder gehörten bisher schon dem alten MDax an. Vom Neuen Markt wird mit großer Wahrscheinlichkeit lediglich Medion die Aufnahme schaffen. Thiel Logistik hat zwar weiterhin gute Chancen, musste im Dezember aber niedrigere Börsenumsätze und eine gesunkene Marktkapitalisierung hinnehmen. Teleplan besitzt wohl nur geringe Chancen.

Unklarer als im MDax ist die künftige Zusammensetzung des TecDax. Grund dafür ist, dass er sich zu einem großen Teil aus ehemaligen Titeln des Neuen Marktes rekrutiert. Die sind nach wie vor sehr volatil, weshalb sich bis zur entscheidenden Januar-Rangliste noch einiges ändern kann. Gut 20 der 30 Kandidaten dürften allerdings bereits jetzt feststehen. Mit Epcos, Draegerwerk, Software AG, Jenoptik und Wedeco werden aber auch fünf ehemals im MDax vertreten Unternehmen dort vertreten sein. Geschrumpft sind wegen der stark gefallenen Marktkapitalisierung im Dezember die Chancen von Mobilcom. Zu den Aufsteigern zählen hingegen Morphosys und Lion Bioscience.

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