Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2003

15:57 Uhr

Medienbericht dementiert

Intel hält an Frankfurter Werk fest

Der US-Halbleiterproduzent Intel steht weiter zu der geplanten Chipfabrik in Frankfurt (Oder). "Als einer der Investoren hoffen wir, dass das Werk kommt", sagte Hans-Jürgen Werner, Sprecher von Intel in Deutschland, am Dienstag der dpa.

HB/dpa FRANKFURT (ODER)/MÜNCHEN. "Wir haben keine Ambitionen auszusteigen." Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, Intel könne sich zurückziehen, wenn in Frankfurt nicht bis zum 1. April 2004 die Chipproduktion starte. Ob es diese Option gibt, wollte Werner mit Hinweis auf Vertraulichkeit nicht sagen.

Intel ist ein wichtiger Technologiepartner bei dem 1,3 Mrd. ? teuren Projekt, das mit 1 300 geplanten Arbeitsplätzen derzeit größtes Investitionsvorhaben in Ostdeutschland ist. "Wir haben für dieses Projekt erstmals unsere Herstellungstechnologie weitergegeben, haben die Leute aus Frankfurt trainiert und auch unser Geld schon einbezahlt. Warum sollten wir aussteigen?", sagte der Intel-Sprecher. Der Halbleiterproduzent beteiligt sich mit 40 Mill. ? an dem geplanten Werk. Weitere Investoren sind das Emirat Dubai und das Land Brandenburg.

Der "Spiegel" hatte berichtet, Brandenburg und der Chipwerk- Betreiber Communicant seien dem amerikanischen Halbleiterproduzenten ausgeliefert. Intel erhalte wertvolle Patente aus Frankfurt und könne damit unter eigenem Namen einen neuen Chip produzieren und verkaufen. Das Frankfurter Institut IHP hat Silizium-Germanium-Kohlenstoff-Chips entwickelt, die besonders schnell sind und erstmals in dem Werk an der Oder hergestellt werden sollen. "Fakt ist: Wir haben kein neues Silizium-Germanium-Produkt und benutzen keine IHP-Technik", sagte Werner.

Finanzierungsprobleme haben den Bau des Chipwerks in den vergangenen Monaten immer wieder verzögert. Ursprünglich sollte die Produktion in diesem Jahr starten. Selbst der Vorstandschef des Chipfabrik-Betreibers Communicant, Abbas Ourmazd, habe vor kurzem von einem Produktionsbeginn "frühestens Anfang 2005" gesprochen, schreibt der "Spiegel". "Das größte Problem derzeit ist die Krise am Halbleitermarkt", sagte Werner.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×