Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.03.2003

17:32 Uhr

Mehr Firmenpleiten in 2003 erwartet

BayernLB muss Risikovorsorge fast verdoppeln

Angesichts von Kreditrisiken in Milliardenhöhe unter anderem durch die Insolvenz weiter Teile der Kirch-Gruppe hat die Bayerische Landesbank (BayernLB) ihre Risikovorsorge annähernd verdoppelt. Nur dank hoher Veräußerungsgewinne schloss das halbstaatliche Kreditinstitut das Jahr trotzdem noch mit einem Gewinn ab.

Reuters MÜNCHEN. Das Spitzeninstitut der bayerischen Sparkassen teilte am Dienstag in München mit, die Risikovorsorge sei 2002 im Konzern auf 2,257 (Vorjahr 1,211) Milliarden Euro gestiegen. Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge bezifferte die Bank auf 203 (184) Millionen Euro. Darin sind allerdings Bewertungsgewinne von 567 (Vorjahr minus 39) Millionen Euro enthalten, ohne die die Bank folglich in die roten Zahlen gerutscht wäre.

Im Bewertungsergebnis verbucht die Bank Wertänderungen bei Finanzanlagen und Beteiligungen sowie Erlöse aus Verkäufen. Die BayernLB hat 2002 unter anderem 25,1 Prozent an der Münchener Versorger-Holding Thüga an Eon verkauft.

"2002 war infolge des schwachen ökonomischen Umfeldes eines der schwierigsten Jahre für die Bayerische Landesbank überhaupt", erklärte Vorstandschef Werner Schmidt. Zugleich sprach das Institut von erfreulichen Besserungen im Zins- und Provisionsgeschäft. Dem Ziel deutlicher Kostensenkungen bis zum Jahresende 2003 sei die Bank ein gutes Stück näher gekommen.

Allerdings sei auch 2003 ein weiterer Anstieg der Firmenpleiten zu erwarten. "Dies führt aus heutiger Sicht zu einem weiteren hohen Risikovorsorgebedarf im gesamten Kreditgewerbe", hieß es. Die BayernLB werde ihre Geschäftsaktivitäten so umbauen, dass sie auf den Wegfall von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung vorbereitet sei. Die EU-Kommission fordert die Abschaffung dieses besonderen Vorteils öffentlicher Banken, der diesen die Refinanzierung erleichtert.

Die zweitgrößte deutsche Landesbank hinter der WestLB ist mit mehr als zwei Milliarden Euro der größte Gläubiger der mittlerweile insolventen Kirch-Gruppe. Zudem leidet das Institut, das zu gleichen Teilen dem Freistaat Bayern und dem bayerischen Sparkassenverband gehört, wie die Konkurrenz unter dem Einbruch der Aktienmärkte, der hohen Zahl von Kreditausfällen und den Strukturproblemen im deutschen Bankensystem. Zum Konzern gehört die Deutsche Kreditbank AG und seit dem vergangenen Jahr auch die Landesbank Saar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×