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06.06.2000

18:59 Uhr

Mehrere Institute erhalten Vorladungen

Senat prüft US-Banken auf Geldwäsche

joh NEW YORK. Im Rahmen einer Untersuchung von Geldwäsche in den USA hat ein Ausschuss des US-Senats mehrere amerikanische Banken vorgeladen.

joh NEW YORK. Der Senat untersucht, ob die US-Banken Geldwäsche über Korrespondenzkonten ausländischer Banken ermöglicht haben. Jetzt sollen die US-Banken genaue Daten über derartige Geschäfte preisgeben. Dies bestätigte ein Sprecher der demokratischen Ausschussmitglieder der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Namen der betroffenen Banken nannte er nicht. Nur die Bank of America bestätigte bisher die Vorladung und erklärte sich zur Kooperation bereit.

John Byrne, Anwalt des US-Bankenverbandes, übte Kritik am Vorgehen des Senatsausschusses. Die Banken würden dazu gezwungen, vertrauliche Details über ihre Kunden bekannt zu geben, sagte Byrne.

Ausländische Banken führen die Korrespondenzkonten unter eigenem Namen bei US-Banken und wickeln darüber internationale Überweisungen und Kredite ab. In einer Anhörung vor dem US-Kongress im vergangenen Jahr schätzte ein Vorstand der Bank of New York das Volumen der internationalen Geschäfte über Korrespondenzkonten auf etwa vier Bill. Dollar pro Tag. Die Zahl der Transaktionen übersteigt eine Million täglich. Marktführer beim Geschäft mit Korrespondenzkonten ist nach einer Studie der Fachzeitschrift American Banker die Bank of America, gefolgt von der Bank One Group und Chase Manhattan.

Während viele dieser Korrespondenzkonten für ganz reguläre Zahlungsvorgänge wie Überweisungen verwendet werden, sind sie gleichzeitig ein offenes Tor für die Geldwäsche. Drogenhändler etwa können dazu in einem Geldwäsche-Paradies wie der Karibikinsel Aruba oder dem Pazifikstaat Nauru ein Konto bei einer Bank eröffnen, die ein Korrespondenzkonto in den USA unterhält. Anschließend überweisen sie innerhalb der USA das Drogengeld auf das Korrespondenzkonto. Dort wird die Überweisung zusammen mit den anderen auf dem Konto eingegangenen Mitteln über Nacht ins Ausland transferiert. Dort wird das Geld dann auf die weiteren Konten der ausländischen Bank verteilt.

Von diesen Konten kann das gewaschene Geld abgehoben oder weiter überwiesen werden. So bleibt das Ziel des Geldes den amerikanischen Behörden verborgen.

Am 8. Juni will der Bankenunterausschuss des Abgeordnetenhauses über eine Gesetzesinitiative abstimmen, die diese Art von Geldwäsche erschweren soll. So sollen die Banken zu einer stärkenen Kontrolle verpflichtet werden. Außerdem soll es dem US-Finanzministerium ermöglicht werden, in bestimmten Fällen Korrespondenzkonten zu schließen.

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