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11.02.2002

19:00 Uhr

Mehrheitsaktionärin will Kirch-Anteile

Friede Springer will Alleinherrschaft im Verlag

Mehrheitsaktionärin Friede Springer will ihre Beteiligung von 50 % plus einer Aktie am größten deutschen Zeitungsverlag Axel Springer ("Welt", "Bild") aufstocken. Die Verlegerwitwe ist offenbar bereit, von dem finanziell angeschlagenen Springer-Großaktionär Leo Kirch rund 10 % seines insgesamt 40 %igen Springer-Aktienpakets zu übernehmen.

Quelle: Handelsblatt

lip/jojo HAMBURG. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Springer-Aufsichtsrats. Das Kontrollgremium lehnte hierzu auf Anfrage jeden Kommentar ab. Nach dem Plan der Springer-Eigentümerin sollen die restlichen Kirch-Anteile breit an der Börse platziert werden. Damit kämen der Medienmogul Rupert Murdoch sowie der WAZ-Konzern bei der Axel Springer Verlags AG nicht zum Zuge. Der Essener Verlagsriese hatte signalisiert, dass er Interesse an einer Übernahme der Springer-Anteile habe.

Bei Kirch wird ein Verkauf des Springer-Anteils offenbar auch ernsthaft erwogen, dies sei aber nur "Teil einer umfassenderen Lösung", die derzeit verhandelt werde, heißt es in Branchenkreisen in München. Kirch habe, wenn es klappen sollte, wieder "deutlich mehr Handlungsspielraum". Aus dem Spiel ist von Seiten Kirchs offenbar die Deutsche Bank. "Die wollten das ganze Haus aufteilen, jetzt rettet sich Kirch, indem er die Garage verkauft", umschreibt ein Kenner des Unternehmens die bevorzugte Lösung. Wer Kirch zu Hilfe kommt, wollten die Branchenkreise nicht sagen. Offenbar sind die Verträge noch nicht unterzeichnet.

Ein gemeinsamer Rettungsplan der großen Gläubigerbanken ist nicht in Sicht. "Es ist schwer zu glauben, dass es zu einer gemeinsamen Bankenlösung kommt", betonen Banker in München. Sie glauben, dass es spätestens in der nächsten Woche zu einer - zumindest vorläufigen - Lösung der akuten Finanzprobleme der Kirch-Gruppe kommen wird.

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