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16.01.2001

11:55 Uhr

Reuters DARMSTADT. Der hessische Kabelnetz- Betreiber eKabel will möglicherweise für rund 60 Mark monatlich ein Pauschalangebot für Telefondienste, Fernsehen und Internet starten. Soviel gebe ein Durchschnittshaushalt bereits derzeit jeden Monat allein für das Telefon aus, sagte der Geschäftsführer der eKabel, Günter Maier. "Das Basisangebot von eKabel könnte sich in einem ähnlichen Rahmen bewegen." Darin seien eine Telefongrundgebühr, ein ununterbrochener Internet-Zugang sowie alle frei empfangbaren TV-Sender enthalten. Auch die noch hinzukommenden Kosten für Gespräche könnten als Pauschale abgerechnet werden.

Das in Darmstadt ansässige eKabel-Konsortium internationaler Investoren ist seit August vergangenen Jahres mit 65 Prozent Mehrheitseigner des hessischen Kabelnetzes. Zuvor war das Netz vollständig im Besitz der Deutschen Telekom, die daran jetzt noch 35 Prozent hält. An eKabel sind unter anderem auch der britische Kabelnetzbetreiber NTL, die Investmentbank Merrill Lynch und der Investor Gary Klesch beteiligt.

Hessen als Testregion

Für die Abrechnung von Telefongesprächen werde eine weitere Pauschale erwogen, sagte Maier. Preise nannte er hier nicht. Im März wolle eKabel in einzelnen hessischen Regionen mit eingeschränkten Testangeboten starten.

Insgesamt 1,5 Milliarden Mark wolle eKabel in den Ausbau des hessischen Breitbandkabelnetzes investieren, sagte Maier. Dabei sollen aus den konventionellen Fernsehkabeln Hochgeschwindigkeitsleitungen gemacht werden, die einen deutlich schnelleren Internet-Zugang ermöglichen als bisher.

Die neuen Leitungen lassen Informationen in beide Richtungen passieren und sind deshalb auch Voraussetzung für interaktives Fernsehen. Dabei können sich Kunden ihr Programm aus einer Vielzahl von Kanälen selbst zusammenstellen und auch während des Fernsehens im Internet einkaufen.

Netz-Ausbau 2003 abgeschlossen

Den bereits begonnenen Netz-Ausbau will das Unternehmen Anfang 2003 abschließen. Im ersten Quartal 2003 sollten 1,6 Millionen Haushalte an den eKabel-Dienst angeschlossen sein, sagte Maier. Insgesamt 2,1 Millionen Haushalte sollten dann technisch dazu die Möglichkeit haben. Derzeit nutzten 1,3 Millionen hessische Haushalte ihren Fernsehkabel-Anschluss. Die technische Möglichkeit dazu hätten insgesamt 1,8 Millionen Haushalte, was mehr als 70 Prozent aller Fernsehhaushalte in Hessen entspreche. Bundesweit haben rund 18 Millionen Haushalte Kabelanschluss, was etwas mehr als die Hälfte aller Fernsehhaushalte ausmacht.

Hessen gilt bei eKabel als eine Art Testgebiet. Schließlich verhandelten Investoren um den eKabel-Gesellschafter Klesch auch um Anteile an anderen Regionalnetzen, sagte Maier. Sollten sie auch in anderen Regionen den Zuschlag erhalten, werde eKabel voraussichtlich die dortigen Netze in ähnlicher Weise wie in Hessen ausbauen.

Neben Hessen hat die Deutsche Telekom bisher die Verkaufsverhandlungen über die Regionalnetze in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg abgeschlossen. Den Berliner TV-Kabelmarkt will die Telekom ganz für sich behalten. Die anderen Netze sind noch auf dem Markt.

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