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31.08.2012

13:06 Uhr

Charles Wyplosz

EZB hat die Führung in Europa übernommen

VonCharles Wyplosz

Jürgen Stark, der frühere Chef-Volkswirt der Europäischen Zentralbank, warnt die Notenbanker vor dem Verlust der Unabhängigkeit. In Wahrheit zeigen sie den Politikern den Weg aus der Krise - und das ist auch gut so.

Die Euro-Skulptur leuchtet in Frankfurt vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB). dpa

Die Euro-Skulptur leuchtet in Frankfurt vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die These von Jürgen Stark, Anleihekäufe oder Garantien der Europäischen Zentralbank gefährdeten deren Unabhängigkeit, wirkt auf den ersten Blick überzeugend. Aber sie ist falsch und gefährlich.

Die heutige Krise ist die Folge von zwei historischen Fehlern. Es war immer klar, dass eine Währungsunion nur funktionieren kann, wenn jedes Mitglied eiserne Finanzdisziplin übt. Der erste Fehler war, den Stabilitäts- und Wachstumspakt zu schaffen und so zu tun, als könne er diese Disziplin garantieren.

Viele Ökonomen warnten, der Pakt werde nicht funktionieren, weil er schlecht konstruiert sei - die willkürlich gewählte Obergrenze für die Neuverschuldung von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts hat wirtschaftlich keinen Sinn. Hinzu kommt: Niemand kann ein souveränes Parlament zwingen, sich an willkürliche Regeln zu halten. Tatsächlich haben ja Deutschland und Frankreich den Pakt 2003 verletzt, ohne dass das irgendeine Konsequenz gehabt hätte. Und letztlich zeigt die Verschuldung der Länder in der heutigen Krise, dass dieses Konzept nicht funktioniert.

Der zweite historische Fehler war die Entscheidung vom Mai 2010, Griechenland zu retten. Dies war eine Verletzung des Vertrags von Maastricht, und es sollte ein einmaliger Fall bleiben. Aber seitdem sind Rettungen durch Regierungen und die Europäische Zentralbank (EZB) Routine geworden. Niemand erinnert sich mehr daran, dass sie eigentlich verboten sind. Hätten wir dagegen Griechenland 2010 gleich zum Internationalen Währungsfonds geschickt, wäre die Krise jetzt wahrscheinlich schon vorüber.

Jürgen Stark war an beiden Entscheidungen beteiligt. Zu seiner Ehre muss man sagen, dass er gegen die Rettungen durch die EZB war. Auf der anderen Seite war er der Vater des Stabilitäts- und Wachstumspakts und hat ihn noch verteidigt, als längst klar war, dass er nicht funktioniert. Gäbe es tatsächlich einen wirksamen Mechanismus zur Begrenzung der Schulden, dann wäre Griechenland nicht vor die Wand gelaufen.

Diese Fehler sind nun einmal geschehen, und wir müssen uns mit ihren Folgen auseinandersetzen. Und zwar mit klarem Blick, ohne Reue und ohne Dogmatismus. Tatsache ist, dass sich einige Länder kein Geld mehr leihen können, und sei es nur, um ihre Schulden zu bedienen. Leider wächst die Anzahl dieser Länder immer weiter, wenn wir an einer Politik festhalten, die versagt hat.

Kommentare (17)

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Karma

31.08.2012, 13:17 Uhr

EZB-FED-CITY

Dann man ran, denn wer erst einmal den Bankstern die Macht gegeben hat, wird seiner Nation den sicheren Niedergang in 2-3 Generationen bringen.

wo war die USA?
- vor der Machtübernahme der FED
- nach der Machübernahme der FED

auch wenn es Piraten sind, die Engländer:
- vor der Machtübernahme der CITY
- nach der Machübernahme der CITY

Inzwischen sidn wir soweit, dass wir sagen dürfen, dass unser Staatsoberhaupt ein Verbrecher ist.

Aber wehe man übt berechtigte Kritik an den Juden

Und wehe dem Staatsoberhaupt, der es wagt, etwas gegen die Bankster zu sagen.

Deutschland schafft sich ab. aber nicht durch die Türken, die sich wie die Karnickel vermehren, sondern dadurch, dass wir uns in die Hände von eine gewissen Glaubensgruppe begeben haben.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
China bitte rette uns
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Trojaner.ESM

31.08.2012, 13:33 Uhr

der autor berät barroso. noch fragen?

dyndre53

31.08.2012, 13:37 Uhr

Trojaner.ESM kann man sich nur anschließen!
Ich hoffe doch, daß HB distanziert sich von den Thesen dieses Charles Wyplosz und läßt den Artikel nicht unwidersprochen!

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